Succovaty von Vezza, Eduard Frh. von (1839–1919), Offizier

Succovaty von Vezza Eduard Frh. von, Offizier. Geb. Olmütz, Mähren (Olomouc, CZ), 1. 3. 1839; gest. Graz (Stmk.), 10. 8. 1919 (Selbstmord). Einer Off.familie entstammend. – S. wurde nach dem Besuch der Theresian. Militärakad. 1858 als Unterlt. in das IR 33 eingeteilt. Im Kriegsjahr 1859 nahm er an der Niederschlagung eines Aufstands in Bologna aktiven Anteil und konnte wohl aus diesem Grund 1860–62 die Kriegsschule absolv.; 1863 Hptm. im Gen.stab. S. wurde im Sept. 1864 dem Landesverteidigungskmdo. für Tirol und Vbg. zugeteilt und zeichnete sich bei der Abwehr der Truppen Giuseppe Garibaldis anlässl. des Kriegs von 1866 im Gefecht bei Vezza d’Oglio als Gen.stabsoff. der Halbbrig. Alberti bes. aus, wofür er mit dem Orden der Eisernen Krone III. Kl. und der Erhebung in den Ritterstand ausgez. wurde. Nach dem Ausgleich mit Ungarn 1867 ließ sich S. zur neu errichteten Landwehr versetzen und war als Mjr. im Gen.stab ab 1872 Kmdt. des Landwehr-Schützen-Baon. 2. 1877 wurde er in die Adjutantur des Landwehroberkmdo. in Wien berufen und mit organisator. Aufgaben betraut; 1880 Obst. Weitere Karrieresprünge folgten: 1884 Kmdt. der 54. Inf.brig., 1886 GM, 1890 Ernennung zum Kmdt. der Theresian. Militärakad. Auf eigenes Gesuch wurde S. jedoch bereits im Oktober 1890 zum Kmdt. der 4. Inf.-Truppendiv. ernannt, 1891 FML. In dieser Funktion musste er bei Demonstrationen für das böhm. Staatsrecht die Ruhe wiederherstellen. Ab 1897 fungierte S. als Kmdt. des 3. (Grazer) Korps und hatte die Grazer Proteste gegen die Badenischen Sprachverordnungen zu bekämpfen. 1898 FZM, 1907 pensioniert. Später trat S. als polit. Schriftsteller hervor. In einer ersten Schrift, „Österreich-Ungarns Schicksalsstunde“, setzte er sich 1915 vehement für ein möglichst enges Bündnis mit dem Dt. Reich ein und bezeichnete die Donaumonarchie als einen „Übernationalitätenstaat“. In einer weiteren Abh., „A.E.I.O.U.“ (1916), befürwortete er die Ideen Friedrich Naumanns bezügl. einer mitteleurop. Zollunion. Bes. interessant ist jedoch seine Stud. „Zwei Fragen über Deutschösterreichs Zukunft“ (1919), in der sich S. ausdrückl. gegen eine staatsrechtl. Eingliederung Dt.österr. in das Dt. Reich aussprach. Den Beschluss der Provisor. Nationalversmlg. über den Anschluss an das Dt. Reich hielt er für voreilig. S.s Bedeutung auf militär. Gebiet liegt v. a. beim Aufbau der Landwehr. 1897 Geh. Rat, wurde er 1907 in den Frh.stand erhoben.

L.: NFP, 11. 8. 1919; WZ, 12. 8. 1919; Svoboda; A. Frh. v. Wrede, Geschichte der k. u. k. Wehrmacht 5, 1903, S. 376; H. Pirchegger, Geschichte der Stmk. 3, 1934; B. Sutter, Die Badenischen Sprachverordnungen von 1897, 1–2, 1960–65, s. Reg.; KA, Wien.
(P. Broucek)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 63, 2012), S. 25f.
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