Suchý, Franz (František) (1860–1910), Gartenbaufachmann und Pomologe

Suchý Franz (František), Gartenbaufachmann und Pomologe. Geb. Mutenitz, Böhmen (Mutěnice, CZ), 21. oder 22. 10. 1860; gest. Brünn, Mähren (Brno, CZ), 11. 10. 1910. Sohn eines Gärtners. – Nach dem Schulbesuch und einer Gärtnerlehre in seinem Geburtsort arbeitete S. in verschiedenen Stellungen im böhm. Raum, danach in Erfurt. 1886 wurde er zunächst Gärtner, dann Lehrer an der Ackerbauschule in Kuttenberg (Kutná Hora). 1890 erhielt er eine Anstellung als Erster Obergärtner bei dem zur mähr. Landwirtschafts-Ges. gehörenden Obst-, Wein- und Gartenbau-Ver. in Brünn, wo man sich zum Ziel gesetzt hatte, die angeschlossene Baumschule zu einer Landes-Obstbaumschule auszubauen. S. wurde dabei nicht nur die systemat. Pflege des Ver.-Gartens übertragen, sondern ab 1891 auch der zweisprachige prakt. Unterricht für die Anzucht und Pflege der Obstbäume im Baumgärtner-Inst., das im pomolog. Garten bei Brünn angesiedelt war. Als 1901 das neue (vorerst nur pomolog. ausgerichtete) Bildungsinst. für Gärtner in Bohonitz (Bohunice) bei Brünn eröffnet wurde, war er dort der erste Dir. und unterrichtete zugleich Obst- und Gemüsebau als primäre Disziplin. Zum Landesobstbauinsp. des mähr. Landeskulturrats ernannt, sorgte er für öff. Baumauspflanzungen, veranlasste die Errichtung von Kreisbaumschulen, organisierte Obstbaukurse und hielt zahlreiche Vorträge. Seine in Pomologenkreisen vielfach als wiss. Raritäten gewerteten Arbeiten veröff. er in diversen Z. 1902 erschien eine Anleitung zur Pflege von hochstämmigen Obstbäumen „Návod ku pěstování vysokokmenných stromů ovocných ...“, 2. Aufl. 1921. Gem. mit Matěj Jan Cígler gab er 1903 die die Erkenntnisse des texan. Hortologen Henry Martyn Stringfellow einschließende Abh. „Stringfellovo nové zahradnictví …“ über den neuen Gartenbau heraus. Eine führende wiss. Stellung erwarb er sich durch das umfangreiche Werk „Moravské ovoce“, 1907, in dem er annähernd alle Obstarten Mährens beschrieb. Das zu seiner Zeit als bedeutendste pomolog. Arbeit in der Monarchie angesehene Werk wurde außerdem mit 125 kolorierten Kupferstichen ausgestattet. S.s Verdienste um den Obst- und Gartenbau wurden vielfach gewürdigt.

Weitere W.: Zelinářství, 1901 (gem. m. J. Tebich); Der Obstbau in den slaw. Landesteilen Mährens, in: Österr. Obstbau auf der internationalen Obst-Ausst. in Düsseldorf 1904, ed. W. Lauche, 1904; Sklizeň ovoce se zřetelem k obchodu ovocnářskému, 1910.
L.: Otto, Erg.Bd.; Geschichte des mähr. Obst-, Wein- und Gartenbau-Ver. ... in Brünn 1816 bis 1898, 1898, S. 300, 304, 306; Zahradnický a ovocnicko-vinařský slovník naučný 3, ed. K. Kavina, 1942; O. Maštálka – M. Vávra, F. S., insp. ovocnictví, 1960; Materialiensmlg. ÖBL, Österr. Gartenbau-Ges., beide Wien.
(M. Petz-Grabenbauer – M. Vávra)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 63, 2012), S. 30
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