Šupljikac (Šuplicać, Suplicatz, Suplikatz) de Vitez, Stevan (Stephan) (1786–1848), Wojwode und Offizier

Šupljikac (Šuplicać, Suplicatz, Suplikatz) de Vitez Stevan (Stephan), Wojwode und Offizier. Geb. Petrinja, kroat. Militärgrenze (HR), 1786 (1788); gest. Pantschowa, Ungarn (Pančevo, SRB), 15. (27.) 12. 1848 (begraben: Kloster Krušedol); griech.-nichtuniert. Sohn des Mjr. Stephan Š. de V. und von Johanna Š. de V., geb. Stričević. – Š. besuchte das griech.-nichtunierte Gymn. in Karlowitz (Sremski Karlovci) sowie das Lyzeum in Ödenburg (Sopron). 1805 trat er in das Banal-Grenzrgt. 2 seines Vaters ein, wo er im selben Jahr Fähnrich, 1809 Lt. und 1810 Oblt. wurde. Š. beteiligte sich 1805 und 1809 an den Feldzügen gegen Napoleon und wechselte nach Errichtung der Illyr. Prov. im Oktober 1809 in französ. Dienste. 1812 Kapitänlt. des kroat. IR 13 und Adj. des Marschalls Auguste Frédéric Louis Viesse de Marmont während des Feldzugs gegen Russland. Nach seiner Rückkehr in k. Dienste 1814 war er zunächst im Banat und in der Lika eingesetzt. Ab 1815 Hptm. im Dt.-Banater-Grenz-IR 12, 1832 Mjr., wechselte er 1837 als Obstlt. in das Oguliner-Grenzrgt. 3 und wurde 1842 zum Obst. befördert. 1847 war Š. in Italien stationiert und beteiligte sich 1848 unter →Johann Josef Wenzel Gf. Radetzky v. Radetz an den Kämpfen gegen italien. Revolutionäre; im selben Jahr GM. Im Zuge der Autonomiebestrebungen der in Ungarn lebenden Serben wurde Š. im Mai 1848 auf einem Nationalkongress in Karlowitz zum Wojwoden gewählt, konnte aber erst im Oktober sein Amt antreten und den Oberbefehl über die serb. Truppen von →Djordje v. Stratimirović übernehmen. Als Gen. tat er sich in seinem Amt schwer und erwies sich trotz Zustimmung seitens der Bevölkerung als zögerl. und zurückhaltend. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger setzte er stärker auf polit. als auf militär. Lösungsversuche der Nationalitätenfrage. Weiters führte er Reformen bei den Grenztruppen durch. Š., der Ritter der französ. Ehrenlegion sowie Inhaber des sächs. Zivil-Verdienst-Ordens war und 1848 den Orden der Eisernen Krone I. Kl. erhielt, galt als fähiger und gebildeter Stabsoff.

L.: Die Presse, 6. 1. 1849; Enc. Jug. (m. B.); Nar. Enc.; Otto; Révai; Wurzbach; J. A. v. Helfert, Geschichte Österr. vom Ausgange des Wr. Oktober-Aufstandes 1848, 2, 1870, S. 40, 64, 207, 410, 3, 1872, S. 98f., 463, 471ff., 4/1, 1876, S. 408f.; Les Serbes de Hongrie. Leur histoire, leurs priviléges, leur église, leur état politique et social, 1873, S. 256ff.; Vojna enc. 9, 1967; H. Haselsteiner, Die Serben und der Ausgleich, 1976, S. 21f.; Hrvatska enc. 10, 2008; AVA, HHStA, KA, alle Wien.
(M. Stoy)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 63, 2012), S. 52
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