Swensson (Svensson), Carl Gustav (1861–1910), Gartenarchitekt

Swensson (Svensson) Carl Gustav, Gartenarchitekt. Geb. Jönköping (S), 15. 6. 1861; gest. Wien, 13. 4. 1910; evang. AB. Sohn des Gärtnermeisters Anders Gustaf Svensson; ab 1906 verheiratet mit Ida S., geb. Hannemann. – S. wurde von seinem Vater sowie auf dem Landgut Såtenäs am Vänersee zum Gärtner ausgebildet. 1880/81 ging er nach Dtld., wo er eine Anstellung beim Hofgärtner Gustav Åhlén auf Schloss Triefenstein am Main bekam. 1881–87 war S. Gehilfe beim Würzburger Stadtgärtner Jöns Persson Lindahl und wirkte an der Umgestaltung der Glacis-Anlagen zum Ringpark mit. 1887 folgte S. dem Ruf von →Gustav Sennholz nach Wien, wo er nach dessen Plänen den ersten Abschnitt des Türkenschanzparks (Wien 18) bepflanzte. Ab 1891 war S. auf Empfehlung →Hermann Helmers in Rüschlikon am Zürichsee tätig, wo er die Parkanlage für den Seidenindustriellen Robert Schwarzenbach-Zeuner anlegte. Danach arbeitete S. wieder in Wien. Aufgrund seiner Arbeiten in den Wr. Villenvierteln wurde er bald ein gefragter Gartenarchitekt. Ab 1894 errichtete er die Gartenanlage der Privatkrankenanstalt Sanatorium Dr. Loew (Wien 9) und den Hügelpark in Unter-St. Veit (Wien 13). In Purkersdorf legte er den Park der Villa Alexander v. Schreibers an, in Hirschwang den Garten der Villa von Richard Ritter v. Schoeller. 1897 realisierte er für den Wr. Baurat Carl Ritter v. Wessely den Park des westböhm. Schlosses Žinkau (Žinkovy). Nach 1900 wurde der Kurort Marienbad (Mariánské Lázně) zu seinem Haupttätigkeitsfeld. Dort erweiterte er 1901–04 den von →Václav Skalnik angelegten Kurpark und gestaltete die Gartenanlage der Villa Luginsland des Industriellen Maximilian Franz Halbmayr. 1905 gründete er in Tulln eine Baumschule, in der er sich v. a. auf Koniferen spezialisierte. Ab 1906 arbeitete er im heutigen Slowenien für verschiedene Zweige der Familie v. Pongratz, u. a. gestaltete er die Parkanlagen der Villa Zora in Veldes (Bled) und des Schlosses Schönegg (Sěnek) in Heilenstein (Polzela) sowie in Kroatien die Parkanlagen von Schloss Maruševec bei Warasdin (Varaždin). 1908 realisierte er für den Brauereibesitzer Johann Albin Frh. Götz v. Okocim den Wintergarten in dessen Schloss bei Brzesko. S., der für die damalige Zeit ein sehr begabter Architekturzeichner war, gilt als der erste freischaffende Gartenarchitekt Wiens. Für seine Projekte mehrfach ausgez., erhielt S. anlässl. seiner Beteiligung an der 1. Österr. Gartenbau-Ausst. (1901) das Staatsehrendiplom des Ackerbaumin.

L.: Czeike; Eisenberg 1; Kosel 2; Z. für Gärtner und Gartenfreunde 6, 1910, S. 121; Gärtner Rundschau 9, 1910, S. 69ff.; A. Kolšek, in: Journal for the Protection of Monuments, 2001, S. 188ff.; dies., in: Varstvo Spomenikov 39, 2001, S. 173ff.; K. Stritzke, in: Lustgården, 2001, S. 87ff.; H. Brunnbauer, Im Cottage von Währing-Döbling, 2003, S. 94; M. Schwahn, in: Hist. Gärten 9, 2003, S. 12f.; F. Weigl, Sie hatten den grünen Daumen, 2004, S. 60 (m. B.); Stadtparks in der österr. Monarchie 1765–1918, ed. G. Hajós, 2007, S. 104, 214; M. Schwahn, in: Hist. Gärten 13, 2007, S. 18ff.; ders., in: Modus – Prace z historii sztuki 8–9, 2009, S. 193ff.; ders., in: Hist. Gärten 17, 2011, S. 20ff.; Materialiensmlg. ÖBL, WStLA, beide Wien.
(M. Schwahn)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 63, 2012), S. 78f.
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