Swoboda, Em(m)erich Alexius (Alexander); fälschl. auch Swoboda-Wikingen, ab 1917 Wikingen-Swoboda (1849–1920), Bildhauer und Maler

Swoboda Em(m)erich Alexius (Alexander), fälschl. auch Swoboda-Wikingen, Bildhauer und Maler. Geb. Wörth (Enzenreith, NÖ), 17. 7. 1849; gest. Wien, 1. 2. 1920 (Ehrengrab: Wr. Zentralfriedhof); röm.-kath. Nannte sich ab 1917 Wikingen-Swoboda. Sohn des Bauzeichners Karl S., Bruder von →Adalbert Constantin S., Vater des Kunsthistorikers Dr. Bruno Maria Wikingen. – S. stud. ab 1867 an der Wr. ABK bei →Franz Bauer (1871 Füger-Preis), 1872–73 bei Karl Kundmann und war 1873–77 Meisterschüler von Caspar v. Zumbusch. 1877 beteiligte er sich mit der Gipsstatue „Nymphe dem Echo lauschend“ an der Ausst. anlässl. der Eröffnung der Wr. ABK am Schillerplatz (Wien 1). Im Atelier Zumbuschs arbeitete er u. a. am Beethoven-Denkmal (neun Putti) und am Maria-Theresien-Denkmal (allegor. Figuren von Gerechtigkeit, Milde sowie Joseph Wenzel Fürst v. Liechtenstein, 1879) mit. Als weitere große Aufträge folgten die figurale Ausschmückung des Saales 11 und Genien an der Parterrekuppel des Kunsthist. Mus. (1891), eine Nachbildung der Mediceischen Venus als Fassadenplastik für die Wr. ABK sowie eine Attikaskulptur am Naturhist. Mus. (1889), „Stadtbürger“, „Pomona“ an der Neuen Burg (1899) sowie die Numa-Pompilius-Statue im Sitzungssaal des Abg.hauses (1900). Ferner umfasst sein Œuvre Porträts aus Aristokratie, Kunst- und Gelehrtenwelt sowie Reiterstatuetten von K. →Franz Joseph I., Erzhg. →Franz Ferdinand und Erzhg. →Otto. In seinen Werken folgte er stilist. zunächst einem gemäßigten, bald als traditionell empfundenen Naturalismus, der in späteren Arbeiten eine Annäherung an den Klassizismus zeigt. Neben verschiedenen Preisen und Anerkennungen wurde S. für die 1909 auf der 35. Jahresausst. im Künstlerhaus gezeigte Donato-Bramante-Statue (heute Künstlerhaus, Wien) mit der Kleinen goldenen Staatsmedaille ausgez. S., der ab 1899 ein eigenes Atelier in Wien-Wieden unterhielt, musste gegen Ende seines Lebens vom Künstlerhaus finanziell unterstützt werden. Er war ab 1875 Mitgl., 1903 Vizepräs. der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus) und wurde 1889 Mitgl. der Bildhauer-Vereinigung.

Weitere W.: Engelsplastiken, 1902–04 (Karl-Borromäus-Kirche, Wien 13); Bronzereliefs mit allegor. Darstellungen an den Säulentrommeln und Pilasterfüllungen des Hauptportals und an den Sockelfenstern der HGK, 1907 (Wien 1); Entwürfe für die Deckenfelder des Baumann-Festsaals, 1913 (Neue Hofburg, Wien 1); Bauplastiken für städt. Schulen: Petrus-Statue (Petrusschule, Wien 3), Relief zur Knabenerziehung „Ansprache Karl Luegers“, 1910 (Allg. Volksschule Waltergasse/Graf Starhemberg-Gasse, Wien 4); etc.
L.: NFP, 18. 2. 1920; WZ, 17. 7. 1949; Czeike; Die Wr. Ringstraße 4, 9/1–2; Eisenberg 1; Fuchs, 19. Jh.; Kosel 1; Lhotsky 1, s. Reg.; Thieme–Becker; Wurzbach (s. u. Wenzel Alois S.); Wien am Anfang des 20. Jh., red. P. Kortz, 2, 1906, s. Reg.; Die christl. Kunst 16, 1919/20, Beibl., S. 64; M. Kolisko, C. v. Zumbusch, 1931, S. 109, 123; B. Kriller – G. Kugler, Das Kunsthist. Mus. Die Architektur und Ausstattung …, 1991, s. Reg.; W. Aichelburg, Das Wr. Künstlerhaus 1861–2001, 1, 2003, s. Reg.; ABK, Künstlerhausarchiv, beide Wien.
(R. Kurdiovsky)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 63, 2012), S. 83f.
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