Swoboda, Josefine (1861–1924), Malerin

Swoboda Josefine, Malerin. Geb. Wien, 29. 1. 1861; gest. ebd., 27. 10. 1924; röm.-kath. Enkelin des Lithographen Leopold Müller, Tochter von →Eduard S. und Josefine S., geb. Müller, Nichte von Rudolph S. d. Ä. (s. u. →Rudolf S. d. J.) und →Leopold Karl Müller, Schwester von →Rudolf S. d. J. – S. stud. 1878–86 als Hospitantin an der Wr. Kunstgewerbeschule u. a. bei →Ferdinand Laufberger und →Julius Victor Berger. Ab 1886 stellte sie ihre Arbeiten, vorrangig Porträts, regelmäßig im Wr. Künstlerhaus aus, weitere internationale Ausst.beteiligungen, u. a. 1887 in Hamburg, 1888 in München und Berlin sowie 1893 auf der Weltausst. in Chicago, folgten. 1888 reiste sie für Aufträge nach Hamburg und Kiel. Vermutl. auf Empfehlung ihres Bruders und →Heinrich v. Angelis erhielt sie 1890 eine Berufung als Hofmalerin an den Hof von Queen Victoria. S. nahm allerdings keinen festen Wohnsitz in England, sondern hielt sich bis 1899 (mit Unterbrechungen) nur in den Sommermonaten auf der Insel auf, um Mitgl. der kgl. Familie und Hofbedienstete zu porträtieren. Die Arbeiten befinden sich tw. in der Royal Library auf Schloss Windsor. S., die vom österr. K.haus sowie von Aristokraten aus dem In- und Ausland zahlreiche Aufträge erhielt, zählte zu den meistbeschäftigten Wr. Porträtistinnen und präsentierte ihre Arbeiten u. a. ab 1902 bei den Ausst. der „8 Künstlerinnen“ im Salon Pisko. Tle. ihres Œuvres befinden sich im Wienmus. sowie in der Graph. Smlg. Albertina in Wien. S. war ab 1886 vorerst Amateur, später k. M. der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus).

W.: s. Zemen.
L.: Neues Wr. Journal, 15. 11. 1924; Eisenberg 1; Thieme–Becker; Wurzbach; H. Fuchs, Die österr. Bildnisminiatur 2, 1982; D. Millar, The Victorian Watercolours and Drawings in the Collection of Her Majesty The Queen 2, London 1995, S. 838ff. (Kat.); Die Porträtmalerin J. S. 1861–1924, ed. H. Zemen, 2004 (m. B., W. u. L.).
(Ch. Gruber)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 63, 2012), S. 87f.
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