Szapáry von Szapár, Muraszombat und Szécsisziget, Ladislaus Gf. (1831–1883), Offizier

Szapáry von Szapár, Muraszombat und Szécsisziget Ladislaus Gf., Offizier. Geb. Pest (Budapest, H), 22. 11. 1831; gest. Preßburg, Ungarn (Bratislava, SK), 28. 9. 1883; röm.-kath. Sohn von →Franz S. v. S., M. u. S.; verehel. mit Marianne Gfn. v. Grünne (1835–1906), der Tochter von →Karl Gf. Grünne. – S. trat im April 1848 – kurz nach Ausbruch der Revolution – als Unterlt. in das Husarenrgt. 7 ein, nahm 1848/49 an den Feldzügen in Italien, u. a. an den Schlachten von Custozza, Mortara und Novara, teil, wurde 1856 Flügeladj. des K., jedoch schon Ende 1857 als Mjr. zur Truppe zurückversetzt. In dieser Eigenschaft kämpfte er 1859 im Verband des Ulanenrgt. 1 in den Schlachten von Palestro, Magenta sowie Solferino und wurde im August 1861 erneut Flügeladj. K. →Franz Josephs I. Im April 1862 übernahm er das Kmdo. des Husarenrgt. 13. 1866 focht S., nunmehr Obst., wieder in Italien und hatte die Po-Linie zu überwachen. 1868 Kmdt. einer Kav.brig., 1869 GM, 1873 Kmdt. der 20. Inf.truppendiv. in Esseg (Osijek), 1874 FML. Zu Beginn des Okkupationsfeldzugs überschritt er mit seinen Truppen Ende Juli 1878 bei Šamac (Slavonski Šamac) die Save, kam aber wegen des schlechten Wetters nur langsam vorwärts, verlor im August ein Gefecht bei Dolnja Tuzla (Tuzla) und zog sich nach Doboj zurück, wo sich seine Einheit bis Anfang September behaupten konnte. Ab September mit dem Kmdo. des 3. Armeekorps betraut, ging er i. d. F. in die Offensive, besetzte ab Mitte September Gračanica, Dolnja Tuzla und Zvornik; dafür und für die Verteidigung von Doboj wurde ihm 1879 das Ritterkreuz des MMTO verliehen. Im Oktober 1878 wurde S. Militärkmdt. in Temeswar (Timişoara), im November in Kaschau (Košice). Ab November 1881 beurlaubt, erhielt er 1882 noch den Charakter eines Gen. der Kav., aber keine weitere Verwendung. Neben zahlreichen in- und ausländ. Ausz. wurden S. 1876 der Orden der Eisernen Krone II. Kl. für seinen Einsatz bei den Überschwemmungen von Budapest 1875/76 sowie 1878 das Kommandeurkreuz des Leopold-Ordens verliehen, 1881 Geh. Rat sowie Ende 1882 2. Inhaber des IR 46.

L.: WZ, 29. 9. 1883; Lukeš (m. B.); Wurzbach; V. Silberer, Die Gen. der k. k. Armee, 1877, S. 215ff. (m. B.); KA, Wien.
(A. Schmidt-Brentano)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 63, 2012), S. 117f.
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