Takács, Menyhért Ferenc (1861–1933), Lehrer und Theologe

Takács Menyhért Ferenc, OPraem, Lehrer und Theologe. Geb. Sátoraljaújhely (H), 3. 9. 1861; gest. Budapest (H), 29. 11. 1933 (begraben: Gödöllő, H, seit 1943: Jasov, SK); röm.-kath. Nach Besuch des Prämonstratensergymn. in Kaschau (Košice) trat T. 1879 in den Prämonstratenserorden in Jossau (Jasov) ein, stud. dort vier Jahre Theol. sowie Pädagogik und wurde 1884 zum Priester geweiht; 1886 Diplom für klass. Philol. und Phil., 1891 Dr. phil. an der Univ. Klausenburg. T. unterrichtete 1884–85 am Gymn. in Rosenau (Rožňava), 1887–88 in Jossau und 1888–90 am Gymn. in Kaschau Griech. und Latein, danach wirkte er ein Jahr lang als Lehrer für Pädagogik an der Hochschule der Prämonstratenser in Jossau. 1897 wurde er als Privatlehrer für Phil. an der Rechtsakad. (Királyi Jogakad.) in Kaschau angestellt, 1898 übernahm er dort die Dir.stelle des Gymn. 1900 wirkte er als Propst-Koadjutor von Jossau und wurde noch im selben Jahr zum Propst gewählt. Durch diese Position war er ab 1901 auch Mitgl. der Magnatentafel. 1902 gründete T. ein religionspädagog. Inst. des Prämonstratenserordens (Norbertinum) in Budapest. Weiters initiierte er zahlreiche Schulneubauten (1904 Gymn. des Ordens in Kaschau, 1906 kath. Gymn. in Rosenau sowie diverse Volksschulen), stockte die Anzahl der Lehrer beträchtl. auf und ließ Pfarrhäuser und Kirchen renovieren. Nach dem Friedensvertrag von Trianon 1920, durch den der Prämonstratenserorden von Jossau seine Gymn. verlor, baute T. 1923–24 mit staatl. Unterstützung das Hl. Norbert-Gymn. mit Konvikt in Gödöllő auf. In seinen Stud. befasste sich T. v. a. mit Themen aus dem Bereich der Antike (röm. Elegiker, Mysterien von Eleusis, röm. Erziehung, Mithraskult, dem Werk des Aesop usw.), mit Fragen der Religions-, Kirchen- und Phil.geschichte sowie mit dem Verhältnis zwischen Wiss. und Moral bzw. Kunst und Moral. T. verf. auch Beitrr. für Amtsbll., Z. und Ztg. wie „Tanulók Lapja“, „Országos Tanáregylet Közlönye“, „Magyar Állam“, „Kassai Szemle“ und war Mitarb. der kulturhist. Buchr. „Római Világ“ sowie des „Ókori Lexikon“. Darüber hinaus initiierte er kulturelle und humanitäre Institutionen, war in der Stadtverwaltung von Abaúj-Torna sowie im Ausschuss für öff. Bildung in Kaschau tätig. 1909 richtete er den Ver. József királyi herceg Sanatorium ein und fungierte als Präs. des Bauernbunds. Weiters gründete er den Kaschauer Kath. Kreis (Kassai Katolikus Kör). T. war Ehrenmitgl. der Magyar Pedagógiai Társaság (Ung. Pädagog. Ges.), 1922 erhielt er den Titel eines abbas nullius, 1933 verzichtete er auf den Titel des Propstes.

W. (s. auch Katolikus Lex.; Új magyar életrajzi lex.): A művészet szabadsága …, 1926; Mi a bölcselet? A gondolkodás történetének kézikönyve, 1927; etc.
L.: Vasárnapi Ujság, 20. 9. 1903 (m. B.); Das geistige Ungarn; Katolikus Lex. (m. W. u. L.); Szinnyei; A. Sturm, in: Magyar Országgyűlési Almanach az 1901–06, 1901, S. 30f.; Slovenský biografický slovník 6, 1994 (m. L.); Új magyar irodalmi lex. 3, 2. Aufl. 2000; Új magyar életrajzi lex. 6, 2007 (m. W. u. L.); Pázmány Péter Katolikus Egyetem, Budapest, H.
(L. Lipcsei – R. Höfer)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 64, 2013), S. 189f.
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