Taubes, Löb(e)l (1863–1933), Publizist und Zionist

Taubes Löb(e)l, Publizist und Zionist. Geb. Bendery, Russland (Bender, MD), 10. 3. 1863; gest. Wien, 26. 5. 1933; mos. Enkel von Jakob T. (1787–1852), Rabb. in Jassy (Iași), Sohn des Rabb. von Ottynia (Otynja) und Vater der Zionisten Dr. David T. und Dr. Israel T., Onkel des Wr. Rabb. Zwi T. – T. wuchs in Ottynia auf, übersiedelte um 1890 nach Kolomea (Kolomyja), wo er 1895 die hebr.-jidd. Halbmonatsschrift „Haam – Das Volk“ gründete und in den Folgejahren als Hrsg. und Red. verschiedener zionist. Ztg. fungierte. 1897 übers. er →Theodor Herzls „Der Judenstaat“ ins Jidd. Ab 1904 lebte er in Czernowitz (Černivci), wo er das „Jüdische Wochenblatt“ red. Polit. fungierte T. als Mitgl. der Reichsparteileitung der Jüd. Nationalpartei (1906), 1908 zählte er zu den Initiatoren der von →Nathan Birnbaum einberufenen Konferenz für die jidd. Sprache in Czernowitz und agitierte gem. mit diesem im Vorfeld der Volkszählung von 1910 in der Bukowina sowie in Galizien für die offizielle Anerkennung der jidd. Sprache in der Monarchie. Ab 1914 lebte er in Wien, wo er 1916 Vorstandsmitgl. des Jüd. Nationalver. wurde und den Ver. Zion gründete (später Ehrenpräs.), in dem sich die aus dem Osten stammenden Zionisten sammelten. Weiters gab er gem. mit Chajim Bloch 1932 das „Jüdische Jahrbuch für Österreich“ heraus. T. gilt als einer der wichtigsten jidd. Publizisten und volkstüml. Wanderprediger des Zionismus, die für die Anerkennung der jüd. Nationalität und des Jidd. als Umgangssprache kämpften. Er war Vizepräs. des Ver. Beth Israel in Kolomea, 1907 Mitbegründer und bis 1910 Vorstandsmitgl. des Czernowitzer Jüd. Nationalver., 1907–08 Vertreter der Bukowina im österr.-zionist. Landeskomitee sowie 1919 Mitbegründer der jüd. Volksbibl. Zion in Wien-Leopoldstadt.

Weitere W.: Zichroines, 1920; Talmudiše elemenṭen in’m jidišen šprichwort, 1928; etc.
L.: Die Stimme, 7. 11. 1929, 16. 3., 30. 5. 1933; Enc. Jud.; Hdb. jüd. AutorInnen; Wininger; A. Gaisbauer, Zionismus und jüd. Nationalismus in Zisleithanien (1882–1918), phil. Diss. Wien, 1981, s. Reg.; J. Toury, Die jüd. Presse im österr. K.reich, 1983, S. 135, 138f., 141, 143; A. Gaisbauer, Davidstern und Doppeladler, 1988, s. Reg.
(E. Adunka)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 64, 2013), S. 210
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