Tausch, Ignaz (Mathes) Friedrich (1793–1848), Botaniker

Tausch Ignaz (Mathes) Friedrich, Botaniker. Geb. Schloss Udritsch/Údrč, Böhmen (Bochov, CZ), 29. 1. 1793; gest. Prag, Böhmen (Praha, CZ), 8. 9. 1848. Sohn des Braumeisters Josef T. und von Elisabeth T., geb. Fritsch. – Nach Besuch des Piaristengymn. in Schlackenwerth (Ostrov) stud. T. ab 1809 Phil. an der Univ. Prag; 1812 Dr. phil. Nach einer ausgedehnten botan. Exkursion stud. er 1814–18 Med., jedoch ohne Abschluss. 1815–26 wirkte T. als ao. Prof. am botan. Garten von →Josef Gf. Canal v. Malabaila und hielt Vorlesungen über die sog. phil. (reine) und ökonom.-techn. Botanik. Im Rahmen seiner Tätigkeit am Canalschen Garten gab T. 1821 einen „Index plantarum quae in horto Excellentissimi Comitis Josephi Malabaila de Canal coluntur“ und 1823–25 sein prachtvoll illustriertes Hauptwerk „Hortus Canalius …“ heraus. Nach dem Tod des Gf. Canal 1826 konnte diese heftweise hrsg. Publ. nicht weitergeführt werden, überdies verringerte sich die Dotation der ao. Professur derart, dass T. die Lehrtätigkeit einstellen musste. I. d. F. lebte T. in finanziell sehr beengten Verhältnissen vom Verkauf von Herbarien, namentl. der Exsikkaten-Serien „Herbarium florae Bohemiae universale“ (mit 1.920 Arten und Unterarten), „Dendrotheca bohemica“, „Dendrotheca exoto-bohemica“, „Agrostotheca bohemica“, „Plantae selectae florae bohemicae“ und „Collectio Hieraciorum et Salicum sudetorum“. Ab 1812 unternahm er mehrere botan. Exkursionen in das Riesengebirge und wurde ein hervorragender Kenner böhm. Lokalfloren; daneben beschrieb er auch exot. Pflanzenarten aus den Aufsmlgg. von →Franz Wilhelm Sieber. Seine Arbeiten zu Habichtskräutern (Hieracium) und Weiden (Salix) – T. unterschied hier allein für Böhmen 60 bzw. 70 wild wachsende Sippen – erscheinen aus heutiger Sicht zu detailliert und tw. systemat. nicht haltbar. T. war k. M. der Bayer. Botan. Ges. (1820), Mitgl. des Pomolog. Ver. im Kg.reiche Böhmen (1820) und der patriot.-ökonom. Ges. in Böhmen (1821) sowie der Accad. delle Scienze di Torino (1821). 1843 wurde er zum Sekr. der böhm. Gartenbauges. gewählt.

Weitere W.: s. Maiwald, 1902; Futák – Domin. – Nachlass: Památník národního písemnictví, Prämonstratenserkloster Strahov, Praha, CZ.
L.: Egerländer Biograf. Lex.; Stafleu; Wurzbach; P. M. Opiz, in: Hesperus, 1815, S. 238; J. L. Opiz, in: Časopis Českého mus. 23, 1849, S. 45ff.; W. Weitenweber, in: Flora 35, 1852, S. 758ff.; ders., in: Lotos 2, 1852, S. 225ff., 241f.; V. Maiwald, in: Jahres-Ber. des öff. Stifts-Obergymn. der Benedictiner zu Braunau in Böhmen, 1902, S. 103ff., bes. S. 147ff. (m. W.); ders., Geschichte der Botanik in Böhmen, 1904, s. Reg.; F. Widder, in: Phyton 1, 1949, S. 258ff.; J. Futák – K. Domin, Bibliografia k flóre ČSR do r. 1952, 1960, S. 601ff.; U. Egert, Personalbibl. … phil. Fak. zu Prag … 1800–60, 1, med. Diss. Erlangen-Nürnberg, 1970, S. 70ff.; Preslia 50, 1978, S. 110; UA, Praha, CZ.
(M. Svojtka)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 64, 2013), S. 214
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