Tepa, Franciszek Tomasz (1828–1889), Maler

Tepa Franciszek Tomasz, Maler. Geb. Lemberg, Galizien (L’viv, UA), 17. 9. 1828; gest. ebd., 23. 12. 1889; röm.-kath. Sohn eines Konditors. – T. erhielt den ersten Mal- und Zeichenunterricht ab 1842 durch →Jan Maszkowski in Lemberg und schuf bereits damals seine ersten Porträts. 1847–48 bildete er sich in Wien bei Ferdinand Georg Waldmüller und 1849–52 in München, wahrscheinl. bei Wilhelm Kaulbach, weiter. Gem. mit →Adam Gf. Potocki und →Maurycy Mann bereiste er 1852–53 den Nahen Osten, wo er zahlreiche Architektur- und Figurenstud. (meist in Aquarell) ausführte. 1853–55 war er erneut in Galizien tätig und wohnte anschließend bis 1861 in Paris. Hier setzte er im Privatatelier von Léon Cogniet und bei Ary Scheffer, mit dem er befreundet war, seine Ausbildung fort. Nach seiner Rückkehr ließ er sich in Lemberg nieder. T. schuf v. a. Porträts im Geiste des Biedermeiers (viele als Zeichnungen und Aquarelle), in denen er meistens Freunde, Verwandte und prominente Vertreter der poln. Politik und Kultur darstellte (Selbstbildnis im griech. Gewand, 1852; Bildnis des Vaters, 1855; Adam Mickiewicz, 1856; Die Kinder von Adam Potocki, 1856; Seweryn Goszczyński, um 1860). Seit seiner Reise in den Orient gewannen in seinem Œuvre Genre und volkstüml. Thematik an Bedeutung (Beduinen im Libanon, 1861; Die Wildschweinjagd, 1862; Mittagsrast am Pflug, 1871; Bauernbildnisse). Seltener schuf T., einer der ersten poln. Orientmaler, Historien-, Landschafts- und Sakralbilder (Der Aufstand in Mazedonien, 1852; Syr. Landschaft, 1853). Zu seinen Schülern zählte u. a. Franciszek Żmurko. T. präsentierte seine Arbeiten auf zahlreichen in- und ausländ. Ausst. (Krakau, Lemberg, Warschau, Wien, Paris, Philadelphia). Ab 1866 war er Mitgl. der Lemberger Towarzystwo Przyjaciół Sztuk Pięknych (Ges. der Freunde der schönen Künste). Tle. seines Œuvres befinden sich in den Nationalmus. in Krakau, Warschau und Breslau sowie in der Nationalen Kunstgalerie in L’viv.

Weitere W.: s. Thieme–Becker; Domański.
L.: Bénézit; Thieme–Becker (m. tw. W. u. L.); H. Fuchs, Die österr. Bildnisminiatur 2, 1982; M. Domański, Ze studiów nad malarstwem lwowskim w XIX wieku. F. T. T. i jego krąg, 1985 (m. B. u. W.); H. Blak u. a., Polish Painting of the 19th Century, Kraków 2001 (Kat.); Wielka Enc. PWN 27, 2005; Orientalizm w malarstwie, rysunku i grafice w Polsce w XIX i 1. połowie XX wieku, Warszawa 2008, S. 47ff. (Kat.); H. Kaczmarek, Polacy w Egipcie do 1914 roku, 2008, s. Reg.
(T. Szybisty)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 65, 2014), S. 250f.
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