T(h)eyber, Elisabeth d. Ä.; auch Teiber, Tayber, Täuber, Teuber, Deiber, Taiber, Taube, Tauber, Toiber (1744–1816), Sängerin

T(h)eyber Elisabeth d. Ä., Sängerin. Geb. Wien, 16. 9. 1744 (Taufdatum); gest. ebd., 9. 5. 1816. Die Familie scheint auch unter den Namen Teiber, Tayber, Täuber, Teuber, Deiber, Taiber, Taube, Tauber, Toiber auf. Tochter von Matthäus (Matthias) T., Schwester von Therese T., Maria Barbara Francisca T. (beide s. u.), →Anton T., Franz T. und Friedrich T. – T. war Schülerin von Vittoria Tesi-Tramontini und Johann Adolph Hasse, vielleicht auch von Giuseppe Bonno. Ab 1762 sang sie an den Wr. Hoftheatern in italien. Opern (u. a. die Rolle der Circe in der Urauff. von Christoph Willibald Glucks „Telemaco o sia L’Isola di Circe“, 1765). Von ihrer Interpretation der Elpinice in Johann Adolph Hasses „La Partenope“ 1767 war Leopold Mozart wenig beeindruckt. Ihre Karriere als Primadonna setzte sie 1768–77, unterbrochen durch ein Engagement in St. Petersburg 1770/71, in Italien fort. Belegt sind Auftritte in Venedig, Neapel, Bologna, Florenz, Turin und Mailand, verlässl. Nachrichten über Auftritte nach 1777 fehlen, möglicherweise beendete sie aus gesundheitl. Gründen ihre Karriere. Spätestens ab 1784 wieder in Wien, starb sie dort als verwitwete Marchesa de Venier. Ihre Schwester, die Sängerin und Schauspielerin Therese (Barbara Alberta) T. (geb. Wien, 15. 10. 1760 / Taufdatum; gest. St. Ulrich, NÖ/Wien, 15. 4. 1830), war möglicherweise Schülerin von Giuseppe Bonno und Vittoria Tesi-Tramontini, vielleicht auch von →Antonio Salieri. Ab 1778 hatte sie ein Engagement am neu gegr. Nationalsingspiel, wo sie bis 1783 als beliebte Koloratursoubrette mit bewegl. Stimme und temperamentvollem Schauspieltalent in Singspielen von Maximilian Ulbrich, Ignaz Umlauf, Salieri, Mozart (Blondchen in der Urauff. von „Die Entführung aus dem Serail“, 1782), Gluck, Giovanni Paisiello und anderen als jugendl. Liebhaberin und Naive Erfolge feiern konnte. 1783–85 war sie Mitgl. des italien. Opernensembles am Burgtheater, 1785–91 der dt. Singspielges. am Kärntnerthortheater. Mit ihrem Mann (Hochzeit 1786), dem Tenor Philipp Ferdinand Arnold (geb. Großharras, NÖ, 11. 10. 1757; gest. Riga, 28. 3. 1843), soll sie eine bislang nicht datierbare Konzertreise nach Hamburg, Berlin, Warschau und Riga unternommen haben. Eine weitere Schwester, Maria Barbara Francisca T. (geb. Wien, 7. 12. 1750 / Taufdatum; gest. ebd., 30. 1. 1832), war ebenfalls kurze Zeit als Sängerin tätig, sie sang u. a. 1775 in der Urauff. von Haydns Oratorium „Il ritorno di Tobia“ den Raffaelle.

L. (meist auch für die anderen Familienmitgl.): Grove, 2001; Kutsch–Riemens, 4. Aufl. 2003; MGG I, II; oeml (auch online); Wurzbach; H. Vogg, F. Tuma …, phil. Diss. Wien, 1951, S. 58ff.; K. Pfannhauser, in: Acta Mozartiana 3, 1956, H. 3, S. 6ff.; Mozart, ed. W. A. Bauer – O. E. Deutsch, 1–7, 1962–75, s. Reg.; O. Michtner, Das alte Burgtheater als Opernbühne, 1970, s. Reg.; G. Zechmeister, Die Wr. Theater nächst der Burg und nächst dem Kärntnerthor …, 1971, s. Reg.; O. Biba, in: Jb. für österr. Kulturgeschichte 1/2, 1971, S. 7ff.; H. C. Robbins Landon, Haydn … 2, 1978, s. Reg.; C. Sartori, I libretti italiani a stampa dalle origini al 1800, 1–7, 1990–94, s. Reg.; B. A. Brown, Gluck and the French Theatre in Vienna, 1991, s. Reg.; R. Münster, in: Mozart-Jb., 1993, S. 53ff.; D. Link, The National Court Theatre in Mozart’s Vienna, 1998, s. Reg.; J. A. Rice, Empress Marie Therese and Music at the Viennese Court …, 2003, s. Reg.; M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1810 bis 1836, 2007, s. Reg.; Pfarre Heiligeneich, St. Michael, St. Stephan, Schotten-Pfarre, WStLA, alle Wien.
(Ch. Fastl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 65, 2014), S. 275f.
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