Thalmayr, Franz (1854–1930), Lehrer

Thalmayr Franz, Lehrer. Geb. Saalfelden (Sbg.), 29. 5. 1854; gest. Linz (OÖ), 4. 1. 1930. Sohn eines Kaufmanns; verheiratet mit Martha T., geb. Schmeja. – Nach Besuch des Gymn. in Salzburg stud. T. 1873–77 Geschichte, Geographie und Germanistik an der Univ. Graz; 1883 Dr. phil. Zunächst als Supplent an Gymn. in Graz und Bielitz (Bielsko-Biała) tätig, wurde er schließl. nach Pilsen (Plzeň) versetzt, wo er, zum Prof. ernannt, 1894 die in Fachkreisen viel beachtete Schrift „Über Wielands Classicität, Sprache und Stil“ veröff. Ab demselben Jahr lehrte er am Staatsgymn. in Linz und publ. 1897 u. a. „Goethe und das classische Alterthum“. Nach der Erstellung eines wiss. Verzeichnisses der Münzsmlg. des Staatsgymn. unter dem Titel „Medaillen des Erzhauses Österreich und der vaterländischen Geschichte“ (1898) wählte man ihn 1899 als Münzreferent in den Verw.R. des Ver. Mus. Francisco-Carolinum. 1900 übernahm T. den Posten des Dir. am Linzer Mädchenlyzeum. 1905 wurde er an das Staatsgymn. in Ried im Innkreis versetzt, das er bis 1911 leitete. 1906–07 arbeitete er am „Enzyklopädischen Handbuch der Erziehungskunde“ von →Josef Loos mit. 1906 übernahm T. die Funktion des Obmanns des Komitees zur Errichtung eines Stelzhamer-Denkmals in Ried und konnte beachtl. Gelder für das Zustandekommen des Projekts beschaffen; 1911 erschien seine „Festschrift zur Enthüllung des Stelzhamer-Denkmales …“. Im selben Jahr kehrte er als Dir. an das Staatsgymn. in Linz zurück, wo im 1. Weltkrieg ein Reservespital des Militärstationskmdo. untergebracht war, dessen freiwillige Hilfspflege T.s Gattin koordinierte und leitete. 1918 i. d. R. versetzt, führte er die Amtsgeschäfte jedoch bis zum Ende des Schuljahrs weiter. Ab 1919 leitete er das Münzreferat des Oö. Landesmus. Weiters fungierte er als Obmann des Dt. Sprachver., Zweigstelle Linz, sowie als Obmann-Stellv. des Landesver. für Heimatschutz in OÖ. In seinen letzten Lebensjahren suchte er nach dem Geburtshaus von Marianne v. Willemer, da der Wr. Goethe-Ver. eine Gedenktafel für dieses in Aussicht stellte. Bereits 1903 hatte er „Marianne von Willemer – Goethes Suleika, eine geborene Linzerin“ (in: Linzer Tages-Post, 18., 25. 1. 1903) veröff. Die Anbringung der Tafel am Stadtpfarrhof 1931 konnte T. nicht mehr erleben. 1908 wurde ihm das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens verliehen; 1918 Reg.Rat, 1926 HR.

Weitere W.: s. Krackowizer.
L.: Rieder Volksztg., 8. 1. 1970; Krackowizer (m. W.); F. Berger, in: XL. Jahresber. des k. k. Staats-Gymn. in Ried, 1910/11, S. 1ff. (m. B.); A. Depiny, in: Heimatgaue 11, 1930, S. 285f.; H. Ubell, in: Jb. des Oö. Musealver. 83, 1930, S. 243ff.; M. Klepp, in: Die Geschichte des Akadem. Gymn. Linz, 1998, S. 135ff. (m. B.); H. Forstinger, in: Der Bundschuh 14, 2011, S. 103ff.; Archiv der Stadt Linz, OÖ; UA, Graz, Stmk.
(J. Baumgartner)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 65, 2014), S. 283f.
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