Thurn und Taxis, Friedrich Hannibal Prinz von (1799–1857), Offizier

Thurn und Taxis Friedrich Hannibal Prinz von, Offizier. Geb. Prag, Böhmen (Praha, CZ), 3. (4.) 9. 1799; gest. Venedig, Lombardo-Venetien (Venezia, I), 17. 1. 1857 (begraben: Sta. Lucia bei Vicenza, I). Sohn von Maximilian Joseph Prinz v. T. u. T. (geb. Regensburg, Bayern/D, 29. 5. 1769; gest. Prag, 15. 5. 1831), bayer. und k. k. GM, und von Maria Eleonore Reichsfürstin v. Lobkowitz (1770–1834), Bruder von Wilhelm Prinz v. T. u. T. (s. u.), Vater von sieben Kindern, u. a. von Lamoral Friedrich Prinz v. T. u. T. (geb. Maria-Theresiopel, Ungarn / Subotica, SRB, 13. 4. 1832; gest. Preßburg, Ungarn / Bratislava, SK, 9. 12. 1903), FML und Divisionär, sowie von Friedrich Arthur Prinz v. T. u. T. (geb. Sárospatak, H, 10. 10. 1839; gest. Zdounek, Mähren / Zdounky, CZ, 4. 7. 1906), Rgt.-Kmdt. und Tit.-GM, Onkel von →Em(m)erich Prinz v. T. u. T.; ab 1831 mit Maria Antonia Aurora Gfn. Batthyány v. Német-Ujvár (geb. Ofen/Budapest, H, 13. 6. 1806; gest. Ischl/Bad Ischl, OÖ, 18. 9. 1881), verheiratet. – T., zunächst privat erzogen, erhielt im Juni 1809 ein Patent als Premierlt. im sächs. Rgt. Garde du Corps, trat aber stattdessen im Oktober 1814 als Oblt. in die k. k. Armee ein. Mit dieser nahm er 1815 an der Okkupation von Paris teil und begleitete 1817 Erzhgn. →Leopoldine nach Brasilien. In verschiedenen Kav.-Rgt. rückte er rasch auf (1821 Rtm., 1829 Mjr.), war 1830 einige Monate Adj. des Gouverneurs von Mainz, Hg. Ferdinand v. Württemberg, und befehligte 1831 einen Cholera-Kordon an der Donau, wobei er selbst schwer erkrankte. 1833 wurde T. Obst. und Rgt.-Kmdt., 1840 GM und Kav.-Bgdr. in Proßnitz (Prostějov), 1842 Inf.-Bgdr. in Prag. Anfang 1848 erhielt er als FML das Kmdo. der Reserve-Div. im 2. Armeekorps, kam aber nur im Gefecht bei Volta Mantovana und beim Einzug in Mailand zum Einsatz. Danach mit seiner Div. in Prag stationiert, bereiste er 1850 Schweden und wurde im Oktober 1851 Divisionär und Militär-Kmdt. in Linz. Im Herbst 1853 war er Gast bei den Manövern des preuß. Gardekorps und wurde unmittelbar nach seiner Rückkehr Kapitän der Trabanten-Leibgarde und Hofburgwache. Im April 1854 zum Gen. der Kav. ernannt, wurde er bereits im Juni Obersthofmeister der Kn. →Elisabeth, die er auf ihren Reisen, u. a. 1856 nach Venedig, begleitete. 1816 Kämmerer, 1838 Landmann von Tirol, 1842 ung. Indigenat, wurde er 1851 Inhaber des IR 50, 1853 Geh. Rat und mit mehreren ausländ. Orden, u. a. 1851 mit dem russ. St.-Annen-Orden I. Kl., ausgez. Sein Bruder, der Off. Wilhelm Prinz v. T. u. T. (geb. Prag, 12. 11. 1801; gest. Vicenza, Lombardo-Venetien/I, 11. 6. 1848; gefallen) erhielt 1813 eine nominelle Anstellung in der württemberg. Armee, doch trat er 1817 als Oblt. beim k. k. IR 11 ein. 1819 dem Gen.quartiermeisterstab zugeteilt, war er bei der Mappierung tätig und kam Ende 1820 zur Gen.stabsabt. der k. k. Truppen in Unteritalien. Mit diesen focht er 1821 in Neapel, kommandierte u. a. ein Streifkmdo. in den Abruzzen und war dann bis 1822 Div.-Gen.stabschef in Capua. Danach diente er im IR 59 in Mantua, wurde aber öfters zum Hofdienst bei K. →Franz II. (I.) und anderen Fürsten herangezogen (1831 Mjr.). 1837 wurde Wilhelm v. T. Obst. und Kmdt. des IR 33, 1844 GM und Bgdr. in Padua. Am Feldzug von 1848 nahm er – wie sein Bruder – im Verband des 2. Armeekorps teil. 1821 Kämmerer, 1842 ung. Indigenat.

L. (tw. auch für Wilhelm v. T. u. T.): ADB; Wurzbach; F. Dedekind, Geschichte des k. k. K. Franz Joseph I. Dragoner-Rgt. Nr. 11, 1879, S. 424, 441, 796; J. Victorin, Geschichte des k. k. siebenten Dragoner-Rgt. …, 1879, S. 405f., 442; KA, Wien.
(A. Schmidt-Brentano)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 65, 2014), S. 331f.
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