Tofan, George (Gheorghe) (1880–1920), Pädagoge und Publizist

Tofan George (Gheorghe), Pädagoge und Publizist. Geb. Bilka, Bukowina (Bilca, RO), 5. 11. 1880; gest. Băile Govora (RO), 15. 7. 1920. Sohn eines Landwirts. – Nach dem Besuch des Gymn. in Suczawa (Suceava) stud. T. Rumän., Geschichte und Geographie an der Univ. Czernowitz und legte 1904 die Lehrbefähigungsprüfung ab. 1904–06 wirkte T. zunächst als suppl. Gymn.prof. in Suczawa und danach in Czernowitz (Černivci). 1909 trat er als Gründer und Präs. der rumän. Lehrervereinigung Reuniunea școlară din Bucovina (später Asociația Corpului Didactic Român din Bucovina) in Erscheinung und wurde zum Sekr. der Kulturges. Societatea pentru Cultură și Literatură Română în Bucovina gewählt. In dieser Funktion gründete er bis 1914 mehrere rumän. Privatschulen und amtierte auch als Insp. dieser Lehranstalten. 1914 veranstaltete er den ersten rumän. Erzieherkongress. Nach Kriegsausbruch floh T. nach Rumänien, wo er Dir. des Gymn. in Bazargic (Dobrič) in der Süddobrudscha war und 1917/18 im Dienst des rumän. Unterrichtsmin. in Bessarabien stand. Während des Kriegs übernahm er gem. mit dem Historiker und Politiker Ion I. Nistor sowie dem Theologen Nicolae Cotos die Leitung des für siebenbürg. und bukowin. Flüchtlinge zuständigen Comitet Național al Românilor Ardeleni și Bucovineni. In dieser Funktion warb er Freiwillige für die rumän. Armee an, die nach der Niederlage von 1916 neu aufgebaut werden musste. Im November 1918 kehrte er nach Czernowitz zurück, um an den Vorbereitungen der Proklamation der Vereinigung der Bukowina mit dem Kg.reich Rumänien mitzuwirken. 1919 wurde er zum Gen.sekr. für Unterricht sowie zum Vizepräs. der Demokrat. Partei der Vereinigung in der Bukowina (Partidul Democrat al Unirii din Bucovina) ernannt. Als militanter Verfechter der Rumänisierung in der Bukowina trat er strikt für rein rumän.sprachige Volksschulen ein und ernannte vorwiegend Rumänen zu Schuldir. T. entfaltete ab 1901 eine außerordentl. reichhaltige publizist. Tätigkeit und schrieb für verschiedene rumän. Z. Rezensionen, Berr. und Chroniken, wobei er kulturelle, soziale und wirtschaftl. Themen behandelte. Gem. mit Nistor gab er 1904–14 die bedeutende literar. Z. „Junimea literară“ heraus, ferner die Z. „Școala“ (1907–14) und war Red. der Z. „Gazeta țăranului“ (1909) sowie der Ztg. „Patria“ (1909). T.s Hauptwerk „Istoria invățământului din Bucovina (1775–1918)“ zur Geschichte des Unterrichtswesens in der Bukowina blieb unvollendet.

Weitere W.: Școala primară din Bucovina, in: Neamul Românesc Literar 1, 1909, H. 6.
L.: T. Bălan, Corespondența lui G. T., 1943; O. Ghibu, Amintiri despre oameni pe care i-am cunoscut, 1974; Ș. N. Ionescu, Who was who in twentieth century Romania, 1994; G. Giurcă, G. T. – o viață închinată școlii, 1995; ders., in: Glasul Bucovinei 2, 1995, Nr. 4, S. 59ff.; P. Rusșindilar, G. T. – tribun al românismului în Bucovina, 1998; M. Hausleitner, Die Rumänisierung der Bukowina, 2001, s. Reg.; Enc. Bucovinei 2, ed. E. Satco, 2004.
(Á. Z. Bernád – E. Beck)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 66, 2015), S. 374f.
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