Traunfellner, Alois (1782–1840), Apotheker und Botaniker

Traunfellner Alois, Apotheker und Botaniker. Geb. Wien, 27. 9. 1782; gest. Klagenfurt (Klagenfurt am Wörthersee, Ktn.), 13. 10. 1840. Sohn eines Kaufmanns; ab 1812 mit Theresia T., geb. v. Clairfay, verheiratet. – Über T.s Schulbildung ist nichts bekannt. Er begann seine Lehrzeit zunächst in einer Apotheke in Agram (Zagreb) und übersiedelte 1801 nach Klagenfurt, wo er in der Landschafts-Apotheke am Neuen Platz (seit 1899 Apotheke Zum schwarzen Adler) seine Ausbildung fortsetzte. Ab 1811 besuchte er an der Univ. Wien im Rahmen des einjährigen Apotheker-Stud. Vorlesungen aus Chemie, Botanik und spezieller Naturgeschichte; 1812 Mag. pharm. T. übernahm nun die Landschafts-Apotheke von Cajetan Markl in Klagenfurt und führte diese bis 1837. Angeregt durch den Botaniker und Mineralogen Franz Xaver Frh. v. Wulfen, den Botaniker Josef Frh. v. Seenus, →Sigismund Gf. v. Hohenwart und den Botaniker Lorenz Chrysanth Edler v. Vest, beschäftigte sich T. intensiv mit der Botanik Ktn. und unternahm zahlreiche Exkursionen nach Dalmatien und Istrien. Mit vielen namhaften Botanikern seiner Zeit, darunter David Hoppe, →Franz Sieber und Ernst v. Steudel, unterhielt er auch später eine ausgedehnte Korrespondenz und brachte durch eigene Aufsmlgg. sowie durch Kauf und Tausch ein Herbarium von rund 12.000 kryptogamen und phanerogamen Pflanzenarten zusammen. Neben diesem großen Herbar legte T., wahrscheinl. zu Lehrzwecken, ein Heilpflanzenherbar mit über 200 Einzelbelegen an. Diese bedeutenden Smlgg. gingen, zusammen mit einer Mineraliensmlg. und einer umfangreichen naturhist. Bibl., zunächst 1840 an das Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal, 1849 dann an das neu gegr. Naturhist. Mus. in Klagenfurt (heute Landesmus. Ktn., wo sich Tle. seines Nachlasses befinden). 1821 las T. am med. Lyzeum in Klagenfurt über medizinale Warenkde., Pharmazie und Botanik, seine einzige gedruckte Publ. bildet der Nachruf auf den Chemiker und Pharmazeuten Hermann Moser (in: Flora 9, 1826). In späteren Jahren widmete sich T. der Numismatik und legte auch diesbezügl. eine einzigartig reichhaltige Smlg. an. Ab 1817 k. M. der Regensburg. Botan. Ges. T. war u. a. 1828–40 im Ktn. Musikver. als Kassier sowie im Ver. zur Versorgung der Armen und Kranken zu Klagenfurt tätig. Hoppe benannte eine in den südöstl. Kalkalpen, insbes. in den Steiner Alpen, endem. Hahnenfuß-Sippe, Ranunculus traunfellneri, nach ihm.

L.: Klagenfurter Ztg., 18. 10. 1840; Stafleu; Wurzbach (s. u. Jacob T.); Flora 23, 1840, S. 736; R. Graf, ebd. 24, 1841, S. 57ff.; Carinthia 71, 1881, S. 19ff.; H. Sabidussi, in: Carinthia II, 97, 1907, S. 121f.; ders., ebd., Sonderh. 1, 1930, S. 55f.; J. H. Barnhart, Biographical notes upon botanists 3, 1965; M. Klemun, Die naturgeschichtl. Forschung in Ktn. zwischen Aufklärung und Vormärz, phil. Diss. Wien, 1991, Bl. 282ff.; T. Kartnig – B. M. Krovat, in: Carinthia II, 188/108, 1998, S. 23ff.; M. Klemun, Werkstatt Natur, 1998, S. 189ff.; UA, Wien.
(M. Svojtka)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 66, 2015), S. 431f.
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