Treml (Tremml), Friedrich (Johann Friedrich) (1816–1852), Maler

Treml (Tremml) Friedrich (Johann Friedrich), Maler. Geb. Wien, 8. 1. 1816; gest. ebd., 13. 6. 1852 (begraben Mödling, NÖ); röm.-kath. Sohn des Malers sowie Dekorations- und Illuminationsdir. am Hofburgtheater in Wien Friedrich Dremml (Tremml) (geb. Prag, Böhmen / Praha, CZ, 1785; gest. Wien, 3. 6. 1817) und von dessen Frau, der Hofopernsängerin Theresia (Therese) Bondra (geb. Wien, 1795; gest. ebd., 1816); ab 1842 verheiratet mit Amalia Konopasek, einer Nichte →Peter Fendis. – T. wurde 1830 Schüler der Wr. ABK und besuchte 1829–31 die Graveur-Schule unter →Josef Klieber, 1833–40 die Schule für Historienmalerei bei →Johann Nepomuk Ender und →Leopold Kupelwieser. 1835 war er erstmals in der Akad.ausst. von St. Anna vertreten, 1848 w. M. der Wr. ABK. T., der ab ca. 1849 fast ausschließl. für den Wr. Hof arbeitete, wirkte v. a. als Militär- (bes. für die Aufstände von 1848/49) sowie als Genremaler, wobei seine Werke durch lithograph. Wiedergaben von Franz Xaver Sandmann, →Karl Lanzedelli und Johann Stadler verbreitet wurden. T.s Œuvre ist (bes. um 1840) durch eine große Nähe zum Schaffen Fendis gekennzeichnet, dessen Umkreis auch →Carl Schindler und →Albert Schindler angehörten, wobei seine Aquarelle eine meisterhaft differenzierte maler. Behandlung auf der Basis einer im Verhältnis zu Fendi kräftigeren Pinselzeichnung zeigen. Nicht immer ist unmittelbar einsichtig, ob T.s Darstellungen, wie etwa die bekannte „Schildwache am Weihnachtsabend vor der Karlskirche“ (1845, Privatbesitz), rein anekdot. oder aber auch im Hinblick auf Ansprüche des Staats zu sehen sind. Ähnl. wie Fendi ist T. bes. im religiösen Genre an einer breit gefächerten Wiedergabe der unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten der damaligen Zeit interessiert (Wallfahrer, 1842, Österr. Galerie Belvedere, Wien), ebenso wie am Einfangen verschiedenster Charaktere mit hoher Deskriptionsfreude (Scheibenschießen, 1843, Wien Mus.). T.s Militärgenres zeigen einerseits Ruhmestaten der Konterrevolution von 1848/49 sowie die heldenhafte Verklärung der Opferbereitschaft der Soldaten (Verwundeter Kürassier auf dem Heuboden, 1841, Österr. Galerie Belvedere), andererseits aber auch Vertiefungen des Soldatenstücks ins Private, indem die Armee in idyllisierend-romantisierender Brechung Bedeutung gewinnt (Galanter Husar, 1847, Privatbesitz). Die Verklärung der habsburg. Militärtradition wird bes. im Gemälde „Die Überreste des Feindes“ (1840er-Jahre) deutl.

Weitere W.: s. Jurek.
L.: ADB; Fuchs, 19. Jh.; Thieme–Becker; Wurzbach; H. Schöny, Wr. Künstler-Ahnen 2, 1975, S. 72f.; U. Jurek, Das Werk F. T.s (1816–52), phil. Diss. Wien, 1978 (m. W.); G. Frodl, Wr. Malerei der Biedermeierzeit, 1987, s. Reg.; Gott erhalte Österr. Religion und Staat in der Kunst des 19. Jh., Schloss Halbturn 1990, S. 202ff. (Kat.); Wr. Biedermeier. Malerei zwischen Wr. Kongreß und Revolution, ed. G. Frodl – K. A. Schröder, Wien 1993, s. Reg. (Kat.); W. Telesko, Kulturraum Österr., 2008, S. 45ff.; ABK, Wien.
(W. Telesko)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 66, 2015), S. 448
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