Trollmann von Lovćenberg, Ignaz Frh. (1860–1919), Offizier

Trollmann von Lovćenberg Ignaz Frh., Offizier. Geb. Steyr (OÖ), 25. 11. 1860; gest. Graz (Stmk.), 23. 2. 1919 (begraben: Steyr). Sohn eines Gendarmeriewachtmeisters. – Nach Besuch der Unterrealschule absolv. T. 1876–79 die Militär-Oberrealschule in Mähr. Weißkirchen (Hranice) sowie 1879–82 die Theresian. Militärakad. in Wr. Neustadt. 1882 zum Lt. ausgemustert, kam er als Truppenoff. zum Inf.rgt. Nr. 14 nach Linz. 1885–87 frequentierte er die Kriegsschule in Wien, wurde danach dem Gen.stab zugeteilt und war in verschiedenen Verwendungen tätig; 1888 Oblt., 1890 Hptm. 1896 zum Mjr. befördert, wurde er als Militärgeograph in Olmütz (Olomouc) eingesetzt. 1897 erhielt er den Posten eines Gen.stabschefs der Inf.div. Nr. 34 in Temeswar (Temesvár) und wurde 1900 zum Obstlt. befördert. 1901 übernahm er als Baon.kmdt. das Landwehr-Inf.rgt. Nr. 21 in St. Pölten (1903 Obst.), 1904 stand er als Kmdt. des Landwehr-Inf.rgt. Nr. 1 in Wien wieder in Truppenverwendung. 1910 GM und Kmdt. der 43. Landwehr-Inf.brig. in Graz, fungierte er damals auch als Leiter der dortigen Landwehroff.korpsschule und wurde 1912 Kmdt. der 46. Landwehr-Inf.div. in Krakau (Kraków). 1913 übernahm er als FML das Kmdo. über die 1. Inf.div. in Sarajevo, 1914 das Kmdo. über die 18. Inf.div. in Mostar. Mit dieser zog er gegen Serbien in den 1. Weltkrieg, hatte wesentl. Anteil am Sieg bei Priboj und kämpfte in der Schlacht an der Drina im September 1914. Ab dem Jänner 1915 kommandierte er das 19. Korps, an dessen Spitze er an den Karpatenkämpfen und an der Maioffensive in Galizien teilnahm. Er führte das Korps im Herbst 1915 gegen Serbien, im Jänner 1916 erstürmte er nach eigenen Angriffsplänen den Lovćen bei Kotor und legte damit die Grundlage zur erfolgreichen Unterwerfung Montenegros. Im November 1916 zum Gen. der Inf. befördert, befand er sich ab dem Herbst 1917 krankheitsbedingt im Urlaub in Graz und wurde im Jänner 1918 seiner Kmdt.funktion enthoben. Anfang 1919 trat er i. d. R. T. wurde 1908 Ritter der Eisernen Krone III. Kl., 1914 jener der II. Kl. sowie 1915 jener der I. Kl. und im selben Jahr auch Ritter der I. Kl. des Leopold-Ordens. 1917 Geh. Rat, erhielt er in diesem Jahr zudem den MMTO, wurde in den Frh.stand erhoben und 1918 mit dem Adelsprädikat „von Lovćenberg“ ausgez. Sein Nachlass befindet sich im Kriegsarchiv in Wien.

L.: RP, 18. 1. 1916, 15. 5. 1917; NFP, 22. 1. 1916, 24. 2. 1919; WZ, 24. 2. 1919 (A.); Der Soldat, 11. 12. 1960 (m. B.); Hofmann–Hubka; A. Veltzé, Unsere Heerführer 1, 1917, S. 599f.; E. Straßmayr, in: Oö. Männergestalten aus dem letzten Jh., ed. ders., 1926, S. 11ff. (m. B.); T. Balla, A Nagy Háború osztrák-magyar tábornokai, 2010, S. 309f.; KA, Wien.
(T. Balla)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 66, 2015), S. 470
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