Tschurtschenthaler von Helmheim, Heinrich (1858–1918), Offizier

Tschurtschenthaler von Helmheim Heinrich, Offizier. Geb. Bozen, Tirol (Bolzano/Bozen, I), 16. 2. 1858; gest. Wien, 11. 2. 1918. Sohn des Bankiers Franz Tschurtschenthaler; ab 1890 verheiratet mit Melanie Hlavaček. – T. trat nach der Matura am Gymn. in Bozen 1877 als Einjährig-Freiwilliger in die Armee ein, nahm 1878 am Okkupationsfeldzug in Bosnien teil, kam aber nicht ins Gefecht (September Kadett, November Lt. der Res., Oktober 1879 Lt.). 1878–79 stud. er Jus an der Univ. Innsbruck, 1882–84 besuchte er die Kriegsschule in Wien und wurde 1885 Gen.stabsoff. der 68. Inf.-Brig. in Weißkirchen (Bela Crkva), 1886 der 15. Inf.-Brig. in Innsbruck. Ab 1888 diente er im Eisenbahnbüro des Gen.stabs und unternahm wiederholt Stud.reisen im Gebiet der Monarchie. 1893–94 folgte die übl. Truppendienstleistung als Komp.-Kmdt., danach eine kurze Verwendung als Gen.stabschef der 13. Inf.-Truppen-Div. in Wien, bevor er 1895 Mjr. und Flügeladj. des Gen.-Truppen-Insp. Ludwig Prinz Windisch-Graetz wurde. Ab 1899 wieder im Truppendienst als Baon.kmdt. tätig, schied T. 1901 (als Obst.) aus dem Gen.stab aus und wurde Kmdt. des k. k. Landwehr-Inf.-Rgt. Nr. 26. Im Mai 1907 rückte er zum GM und Kmdt. der 47. Inf.-Brig. in Przemyśl auf, wurde 1909 zugeteilter Gen. beim 14. Korps-Kmdo. in Innsbruck (1911 FML) und 1912 Kmdt. der 44. Landwehr-Inf.-Truppen-Div. Mit dieser rückte er im August 1914 ins Feld, kämpfte in Galizien u. a. in den Schlachten um Lemberg und Gródek, war von Dezember bis März 1915 mit dem Kmdo. des neu aufgestellten XVIII. Korps in den Karpaten betraut, erkrankte dann, wurde Gen. der Inf. und erhielt im Juni 1915 das Militärkmdo. in Innsbruck. Aus gesundheitl. Gründen musste er Anfang November 1916 pensioniert werden, wurde Anfang Oktober 1917 jedoch noch einmal als Gen.-Insp. der Militär-Erziehungs- und Bildungsanstalten reaktiviert. 1893 wurde er mit dem Prädikat „von Helmheim“ geadelt. T. erhielt u. a. 1905 den Orden der Eisernen Krone III. Kl., 1914 jenen der II. Kl., wurde 1913 Ritter und 1916 Kommandeur des Leopold-Ordens sowie im selben Jahr Geh. Rat; zudem besaß er zwei italien. und einen preuß. Orden.

L.: Duschnitz–Hoffmann, S. 18 (m. B.); G. Zivkovic, Heer- und Flottenführer der Welt, 1971, S. 335, 1980, S. 20, 85, 267, 352; KA, Wien; UA, Innsbruck, Tirol.
(A. Schmidt-Brentano)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 66, 2015), S. 497f.
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