Türk, Eduard (1852–1941), Jurist und Politiker

Türk Eduard, Jurist und Politiker. Geb. Bielitz, Schlesien (Bielsko-Biała, PL), 7. 4. 1852; gest. Wien, 10. 11. 1941; evang. AB. Sohn des Bielitzer Stadtkassiers Eduard T.; ab 1934 in 2. (?) Ehe verheiratet mit Adele T., geb. Dirlhuber (geb. 9. 11. 1879). – T. maturierte am Zweiten (evang.) Staats-Gymn. in Teschen (Cieszyn) und stud. im Anschluss 1872–76 Jus in Wien; ab 1876 Praktikant beim Kreisgericht in Teschen, 1880 Dr. iur. in Wien. 1881 kehrte er nach Bielitz zurück, wo er zuerst als Konz. und ab 1884 als Rechtsanwalt tätig war. T. widmete sich intensiv dem Aufbau des regionalen Genossenschaftswesens und hatte wesentl. Anteil an der Gründung des Verbands landwirtschaftl. Genossenschaften in Schlesien (1894), mit dessen Leitung er betraut wurde. Von der Etablierung des Allg. Verbands landwirtschaftl. Genossenschaften in Österr. (1898) an war er in dessen Vorstand aktiv und federführend bei der Ausarbeitung der Satzungen. T., zeitweise Verw.R. und Dir.-Stellv. der Oesterr.-schles. Boden-Credit-Anstalt, Mitgl. des Staatseisenbahnrats sowie des landwirtschaftl. Subventionskomitees für Schlesien, beteiligte sich intensiv am polit. und gesellschaftl. Leben und gehörte ab 1883 für zwölf Jahre dem Bielitzer Gmd.rat sowie 1896–1918 dem schles. LT an. 1898 erhielt er das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens.

W.: Der gem. Waarenbezug in Verbindung mit den Raiffeisencassen, 1901.
L.: Anhang zu der Smlg. der „Beschlüsse des schlesischen Landtages ... 1861–1902“, 1905, S. LI; Gedenkbuch des Verbandes landwirtschaftl. Genossenschaften in Schlesien 1894–1929, 1930; Raiffeisen in Österr., ed. E. Bruckmüller – W. Werner, 1998, S. 332; UA, WStLA, beide Wien.
(H. Bergmann)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 66, 2015), S. 402
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