Ulbrich, Franz Xaver (1755–1823), Jurist

Ulbrich Franz Xaver, Jurist. Geb. Glambach, Preußen (Głęboka, PL), 11. 1. 1755; gest. Graz (Stmk.), 26. 12. 1823. U. stud. Rechtswiss. und prom. zum Dr. iur. utr. 1787 wurde er Prof. des Kirchen- und des peinl. Rechts am Grazer Lyceum (als Nachfolger →Franz Xaver v. Neupauers). Nach dem Tod von Franz Aloys Tiller bekleidete er 1799–1810 prov. die Lehrkanzel des Natur-, allg. Staats- und röm. Bürgerrechts. Nach der Zeiller’schen Stud.reform von 1810 erhielt er die Lehrkanzel für röm. Civilrecht und Kirchenrecht. U. war in den Stud.jahren 1792/93, 1800/01 und 1808/09 Rektor des Grazer Lyceums. Nach dem Ableben des Stud.dir. und Kammerprokurators Ludwig Maria v. Person wurde 1804 die Interimals-Dion. des jurid. Stud. in Graz den Prof. →Sebastian Jenull und U. übertragen. 1808 war er prov. Dir. des jurid. Stud. In seiner Eigenschaft als Rektor hielt U. im Dezember 1800 eine Rede, in der er den Wunsch des K. mitteilte, auch in den innerösterr. Prov. möglichst rasch einige Baon. Freiwilliger zum Kampf gegen Napoleon aufzustellen. Diese Rede wurde unter dem Titel „Aufmunterung der Studierenden zur Vaterlandsvertheidigung“ gedruckt. U. war ein überaus beliebter Lehrer. Sein Nachfolger auf der Lehrkanzel für röm. Recht und Kirchenrecht wurde Dr. Heinrich Hüttenbrenner, ein Bruder des steir. Komponisten →Anselm Hüttenbrenner.

L.: F. v. Krones, Geschichte der K. Franzens-Univ. in Graz, 1886, s. Reg. und S. 125; N. Grass, in: Studia Gratiana 8, 1962, S. 224f. (auch als: ders., Österreichs Kirchenrechtslehrer der Neuzeit. Bes. an den Univ. Graz und Innsbruck, 1988, S. 154f.); K. Ebert, Die Grazer Juristenfak. im Vormärz, 1969, s. Reg.; G. Wesener, Geschichte der Rechtswiss. Fak. der Univ. Graz 1, 1978, 4, 2002, jeweils s. Reg.; R. Puza, in: ZRG 101, Kanonist. Abt. 70, 1984, S. 247f.; K. Probst, Geschichte der Rechtswiss. Fak. der Univ. Graz 3, 1987, s. Reg.
(G. Wesener)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 67, 2016), S. 73
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