Ulrich, Josef (1843–1906), Mediziner

Ulrich Josef, Mediziner. Geb. Lemberg, Galizien (L’viv, UA), 18. 9. 1843; gest. Wien, 19. 10. 1906; mos. Sohn des Stabsarztes Ignaz U. (gest. 1895) und von Pauline U., Bruder des Off. Severin U. und von Heinrich U. Edlem v. Trenkheim (s. u.); verheiratet mit Bertha U., geb. Gold. – U. absolv. 1862–66 den höheren med. Kurs an der Josephsakad. in Wien. 1866 wurde er als prov. Oberarzt beim Hauptquartier der Südarmee im Preuß.-Österr. Krieg eingesetzt. Zu seinen Aufgaben zählte auch die Begleitung und Überwachung von Verwundetentransporten vom Kriegsschauplatz ins Hinterland, v. a. nach Tirol. Nach dem Ende des Kriegs setzte er seine Ausbildung an der Josephsakad. fort; 1868 Dr. med. Im selben Jahr wurde er zum Oberarzt beim Dragonerrgt. Nr. 8 ernannt, wechselte dann in gleicher Funktion zum Ergänzungsbez.kmdo. des IR Nr. 40 in Rzeszów und danach zum IR Nr. 53 nach Graz. 1873 zum Rgt.arzt 2. Kl. befördert, wurde er zum Res.kmdo. des IR Nr. 65 in Munkács versetzt. 1880 kam er als Rgt.arzt 1. Kl. zum IR Nr. 80 nach Višegrad in Bosnien. 1882 zum IR Nr. 10 transferiert, machte er mit diesem die Operationen in Bosnien mit und gelangte anschließend mit dem Rgt. nach Wien. 1887 übernahm er die Funktion des Chefarztes beim Trainreg. Nr. 1, 1892 wurde er zum Stabs- und Chefarzt der IR-Truppendiv. Nr. 25 ernannt; 1897 Oberstabsarzt 2. Kl., 1900 Oberstabsarzt 1. Kl. und Kmdt. des Garnisonsspitals Nr. 16 in Budapest. 1901 avancierte er zum San.chef des 13. Korps in Agram. U. machte sich insbes. um die Organisation und Weiterentwicklung des Militärsan.wesens verdient. 1905 trat er als Gen.stabsarzt i. d. R. Im selben Jahr erhielt er den Orden der Eisernen Krone III. Kl. Sein Bruder, der Gen. Heinrich U. Edler v. Trenkheim (geb. Lemberg, 12. 2. 1847; gest. Wien, 14. 10. 1914; mos.), wurde 1865 aus der Pionier-Schulkomp. als Gefreiter-Vize-Korporal zum IR Nr. 53 ausgemustert, kämpfte 1866 als Lt. im Preuß.-Österr. Krieg und machte 1878 als Oblt. den Okkupationsfeldzug nach Bosnien mit; 1881 Hptm., 1893 Mjr., 1897 Obstlt., 1900 Obst. 1906 GM, gilt er als der erste Gen. mos. Glaubens in der k. u. k. Armee. Im selben Jahr erhielt er das Kmdo. über das IR Nr. 69. 1909 trat er i. d. R. Heinrich U. verf. ein Ausbildungsbuch für Unteroff. und 1904 eine „Geschichte des Inf.-rgts“. U. a. erhielt er 1906 den Orden der Eisernen Krone III. Kl. 1896 wurde er mit dem Prädikat „von Trenkheim“ in den Adelsstand erhoben.

L.: Dt. Volksbl., 26. 4. 1897; NFP, 20. (Parte), Agramer Ztg., 21. 10. 1906; Wininger; S. Kirchenberger, Lebensbilder hervorragender österr.-ung. Militär- und Marineärzte, 1913. – Heinrich U. Edler v. Trenkheim: WZ, 15. 10. 1914; Wininger; H. Jäger-Sunstenau, Die geadelten Judenfamilien, phil. Diss. Wien, 1950, s. Reg.; H. Morgenstern, Jüd. biograph. Lex., 2011; Ein österr. Gen. gegen Hitler, ed. P. Broucek, 2011, S. 160; KA, Wien.
(D. Angetter)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 67, 2016), S. 89f.
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