Umlauft, Friedrich (1844–1923), Geograph und Lehrer

Umlauft Friedrich, Geograph und Lehrer. Geb. Wien, 6. 6. 1844; gest. ebd., 18. 5. 1923; röm.-kath. Sohn des →Johann U. und von Flora U., geb. Jöndl; ab 1871 verheiratet mit Viktoria U., geb. Fischhof (gest. 1905). – Nach Besuch der Normalschule stud. U. ab 1863 an der Univ. Wien Geographie, Geschichte und Philol., u. a. bei →Wilhelm Scherer, →Ottokar Lorenz und →Friedrich Simony; 1868 legte er die Lehramtsprüfung für Geschichte und Geographie, 1869 für Dt. Sprache ab und erhielt eine Anstellung am Gymn. in Wien-Mariahilf, zunächst als Probekandidat, 1869/70 als Supplent und ab 1870 als Prof. 1874 Dr. phil., übernahm er 1875 daneben die Doz.stelle für Geographie an der Wr. Städt. Lehrerakad. U. gilt als Mitbegründer der Wr. Urania, deren Leiter er 1899–1910 war. Einen Namen machte er sich v. a. durch die Veröff. zahlreicher Reiseberr., Fachbücher, Atlanten sowie geograph. Artikel. Große Verdienste erwarb er sich im Bereich der Schulgeographie: Durch seine Initiative entstand das erste geograph. Schulmus. in Österr. Zudem verf. er ein „Lehrbuch der Geographie“ (1884–1908), das in acht Aufl. eines der meistverwendeten Schulbücher war, wirkte bei der Erstellung von Globen, Wandkarten und Wandbildern mit und fungierte 1882–1910 als Hrsg. der „Deutschen Rundschau für Geographie und Statistik“. U. bereiste u. a. einen Großteil der Monarchie sowie Dtld., Serbien, Bulgarien, Rumänien und Italien. Hieraus resultiert sein mehrfach aufgelegtes Werk „Die Oesterreichisch-Ungarische Monarchie“ (1876, 3. Aufl. 1897, Reprint 1999). U., der ab 1901 k. M. der Geograph. Ges. sowie Ehrenmitgl. der österr.-ung. Kolonialges. war, erhielt 1899 die große goldene Medaille und 1905 den Titel Reg.Rat.

Weitere W.: s. Kosel; Poggendorff; Wer ist’s?
L.: NFP, 29. 9. 1905 (Abendbl.), 3. 6. 1914 (Abendbl.), 19., WZ, 19. 5. 1923; Kosel (m. W.); Poggendorff 4, 6 (m. W.); Wer ist’s?, 1909 (m. W.); Wurzbach; M. Haberlandt, in: Z. für Österr. Volkskde. 3, 1897, S. 125f.; O. W. Beyer, Dt. Schulwelt des neunzehnten Jh. in Wort und Bild, 1903, S. 330f. (m. B.); E. Oppermann, in: Z. für Schulgeographie 24, 1903, S. 182f.; H. Hassinger, in: Dt. Rundschau für Geographie und Statistik 32, 1910, S. 568ff.; Wr. Geschichtsbll. 1, 1946, Nr. 3, S. 12; H. Hassinger, Österr. Anteil an der Erforschung der Erde, 1949, s. Reg.; UA, Wien.
(P. Svatek)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 67, 2016), S. 95
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