Unschuld von Melasfeld, Wenzel Ritter (1814–1896), General

Unschuld von Melasfeld Wenzel Ritter, General. Geb. Prag, Böhmen (Praha, CZ), 9. 4. 1814; gest. Krems (Krems an der Donau, NÖ), 2. 6. 1896. Sohn eines Off., Vater u. a. des Off. Victor U. Ritter v. M. (geb. 7. 5. 1863), des Gen. Felix U. Ritter v. M. (geb. 16. 4. 1864; gest. 9. 1. 1944), Kmdt. des IR Nr. 71, 1914 GM und Kmdt. der IR-Brig. Nr. 47, 1917 Kmdt. der 155. Honvéd-Inf.div., des Bürgerschullehrers Gustav U. Ritter v. M. (geb. 13. 6. 1868) sowie der Pianistin und Klavierpädagogin Marie U. v. M. (geb. Olmütz, Mähren / Olomouc, CZ, 17. 5. 1871; gest. Wheaton, MD, USA, 8. 10. 1965); ab 1860 verheiratet mit Marie U. Edle v. M., geb. Szabó Edle v. Maxa (Maksay) (geb. 16. 11. 1837). – U. begann seine militär. Ausbildung 1825 an der Theresian. Militärakad. in Wr. Neustadt und musterte 1833 als Fähnrich zum IR Nr. 28 aus. 1834 wurde er als Lt. in das Jäger-Baon. Nr. 1 versetzt und 1836 dem Gen.stab zugeteilt. 1843 kam er zum IR Nr. 1 (ab 1844 Oblt.). 1842–46 fungierte er als Prof. für Situationszeichnen und Terrainlehre an der Theresian. Militärakad. Danach beim Gen.quartiermeisterstab tätig, war er bis 1848 – dem Jahr seiner Beförderung zum Hptm. – bei der Militärmappierung in Mähren, Schlesien und in Italien sowie bei der Franziszeischen Landesaufnahme in OÖ und NÖ in Verwendung. Während der Revolutionsjahre kämpfte er als Gen.stabschef im Oktober 1848 in und um Wien, machte u. a. die Gefechte auf der Kleinen Schüttinsel (Dezember 1848) sowie bei Komorn mit und zeichnete sich bes. durch sein umsichtiges und tapferes Verhalten in der Schlacht bei Nagy-Sarló (April 1849) sowie bei Temeswar aus, wo er durch sein takt. Eingreifen der österr. Armee zum Sieg verhalf. 1850 wurde er zum Gen.kmdo. nach Lemberg versetzt (1852 Mjr.), 1852–53 fungierte er als Mappierungsdir. in Ungarn und Siebenbürgen. 1855–60 als Gen.stabschef in Siebenbürgen (1857 Obstlt., 1859 Obst.), 1861 in gleicher Funktion in Udine, war U. ab 1862 im Landesbeschreibungsbüro in Wien für die Landesaufnahmen im In- und Ausland tätig, ehe er 1866 kurzzeitig als Bgdr. in Prag eingesetzt war. Noch im selben Jahr wurde er als GM beim 4. Armeekorps eingeteilt sowie danach zur 5. Inf.truppendiv. nach Olmütz versetzt. 1872 trat er als FML ad honores i. d. R., zog 1876 nach St. Pölten und 1880 nach Krems. U. machte sich um topograph.-statist. Kartenentwürfe verdient. In seiner „Terrainlehre, eine gesonderte Wissenschaft …“, 1884, befasste er sich auf Basis von Forschungen des Kartographen und Gen. →Franz v. Hauslab mit der Bedeutung der Geol. für die militär. Terrainlehre. 1849 erhielt er den Orden der Eisernen Krone III. Kl., weiters das Militär-Verdienstkreuz, 1860 wurde er Ritter des kgl. preuß. Roten Adler-Ordens und 1866 mit dem Prädikat „von Melasfeld“ in den Ritterstand erhoben.

Weitere W.: Leitfaden zur darstellenden Statistik auf topograph. Karten, 1859.
L.: Die Presse, NFP, 4., Das Vaterland, Mähr. Tagbl., Pester Lloyd, 5. 6. 1896; Svoboda; Wurzbach; KA, Wien.
(D. Angetter)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 67, 2016), S. 111
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