Uprka (Úprka), Franta (František) (1868–1929), Bildhauer

Uprka (Úprka) Franta (František), Bildhauer. Geb. Kniezdub, Mähren (Kněždub, CZ), 26. 2. 1868; gest. Tuchoměřice, Tschechoslowakei (CZ), 8. 9. 1929; röm.-kath. Sohn des Kleinbauern Jan U., Bruder von →Joža U. – U. besuchte 1882–84 die Fachschule für Holzind. in Wallach. Meseritsch, schloss diese jedoch nicht ab. Ab 1885 lebte er in Prag, wo er in verschiedenen Schnitzer- und Steinmetzwerkstätten arbeitete, u. a. in den Ateliers von Antonín Wagner und →Bohuslav Schnirch, ab Ende der 1890er-Jahre widmete er sich der Bildhauerei. Die Inspirationen für seine Arbeiten holte er sich dabei aus seiner Heimatregion, der Mähr. Slowakei, deren markante folklorist. Traditionen er als erster Künstler in die Skulptur übertrug. U. zählte zu den ersten erfolgreichen tschech.sprachigen Bildhauern in Mähren. Er war Mitgl. des Klub přátel umění (Klub der Kunstfreunde), des ersten tschech. Kunstver. in Mähren (1906 ausgetreten), und 1907 Mitbegründer des Sdružení výtvarných umělců moravských (Genossenschaft der mähr. bildenden Künstler), der ersten tschech. Künstlervereinigung in Mähren. Mit seinen Arbeiten beteiligte er sich in Prag 1901–02 an den Ausst. des künstler. Ver. Umělecká beseda, 1903–08 des SVU Mánes (Verein bildender Künstler Mánes) und ab 1912 an jenen der Jednota umělců výtvarných (Vereinigung bildender Künstler). 1910–29 k. M. des Hagenbunds, war er mit seinen Werken auch auf dessen Ausst. (1910) als Gast vertreten. Seine beliebten naturalist. Skulpturen, mit Einflüssen der Stilrichtungen des beginnenden 20. Jh., stellten markante Volkstypen dar. U. erhielt zahlreiche öff. Aufträge: So schuf er skulpturalen Schmuck für das Rathaus in Napajedla, das Gymn. in Příbor, das Studentenheim Švehlova kolej in Prag und die Sparkasse in Frýdek-Místek. Für den Obecní dům in Prag fertigte er die Skulpturen „Rusalka“ und „Dudelsackspieler“. Seine Arbeiten finden sich u. a. in der Národní galerie in Prag, in der Moravská galerie in Brünn und in der Galerie výtvarného umění in Hodonín.

Weitere W. (s. auch Kačer, 2008): Skulpturen für die Zemská banka und das Zemedelské múz., Bratislava.
L.: Thieme–Becker; Toman; Slovenský biografický slovnik 6, 1994; J. Sedlářová – J. Kačer, Výtvarné umění Moravy 1880–1920, Brno 1994, S. 63 (Kat.); Nová enc. českého výtvarného umění 2, 1995; J. Kačer, F. Ú. 1868–1929, Hodonín 2008 (Kat., m. W.).
(R. Janás)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 67, 2016), S. 119
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