Uprka (Úprka), Joža (Josef) (1861–1940), Maler

Uprka (Úprka) Joža (Josef), Maler. Geb. Kniezdub, Mähren (Kněždub, CZ), 26. 10. 1861; gest. Trauben-Lhota, Protektorat Böhmen und Mähren (Hroznová Lhota, CZ), 12. 1. 1940; röm.-kath. Sohn des Kleinbauern Jan U., Bruder von →Franta U. – Nach Besuch des Gymn. in Olmütz stud. U. 1881–84 an der ABK in Prag bei František Čermák und →Antonín Lhota, 1884–87 an der ABK in München bei Nikolaus Gysis und Otto Seitz und 1887–88 wieder an der ABK Prag bei →Maximilián Pirner. Anschließend siedelte er sich in seiner Heimatregion, der Mähr. Slowakei, an und führte die markanten foklorist. Traditionen dieser südostmähr. Gegend in die europ. Kunst ein. Volksbräuche, -trachten und Szenen aus dem Alltagsleben bildeten die Hauptmotive seiner Gemälde, die U. im naturalist. und impressionist. Stil malte. 1892–93 absolv. er einen Stipendienaufenthalt in Paris. Für das Gemälde „Wallfahrt zu der Kirche St. Antonius“ erhielt er 1894 die Mention honorable des Salon des artistes français in Paris und 1895 die Medaille der Böhm. K. Franz Joseph-Akad. der Wiss., Literatur und Kunst. Ein weiteres bedeutendes Werk ist der „Königsritt“, 1897, den er in zwei Versionen malte. Nach 1900 wurde er auch von secessionist. Maltechniken beeinflusst. Sein Atelier in Hroznová Lhota entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem wichtigen Zentrum der bildenden Kunst; so wirkten hier z. B. →Cyril Mandel und Antoš Frolka, 1902 besuchte ihn sogar Auguste Rodin. U. zählte zu den ersten tschech.sprachigen Künstlern in dem im 19. Jh. von dt.mähr. Künstlern dominierten Mähren, die europaweit Erfolg hatten, und gilt als einer der Gründer der modernen tschech. Malerei. Daneben wirkte er als Organisator im tschech. Kulturleben Mährens: 1900 Mitbegründer des Klub přátel umění (Klub der Kunstfreunde), des ersten tschech. Kunstver. in Mähren (1906 ausgetreten); 1907 Mitbegründer und Präs. des Sdružení výtvarných umělců moravských (Genossenschaft der mähr. bildenden Künstler), der ersten tschech. Künstlervereinigung in Mähren; 1925 Präs. des Združenie slovenských umelcov (Genossenschaft der slowak. Künstler) in Bratislava. 1907–30 k. M. des Hagenbunds, stellte er seine Arbeiten bereits 1902–06 dort als Gast aus. Gemälde von U. befinden sich u. a. in der Národní galerie in Prag, in der Moravská galerie in Brünn und in der Galerie výtvarného umění in Hodonín.

Weitere W.: Kreuzweg im Wallfahrtsort Hostýn; Hauptaltarbild (Kirche Maria Königin, Ostrava-Mariánské Hory); Wandgemälde: Rathaus in Uherské Hradiště, Mädchenschule Vesna, Brno.
L.: Thieme–Becker; Toman; Vollmer; J. Kačer, J. U., výběr z malířského díla, Brno 1983 (Kat.); J. Sedlářová – ders., Výtvarné umění Moravy 1880–1920, Brno 1994, S. 45f. (Kat.); Slovenský biografický slovník 6, 1994 (m. B.); Nová enc. českého výtvarného umění 2, 1995; J. Vévoda, J. U. na Hané, 2010; J. U., Evropan slováckého venkova, ed. H. Musilová – E. Bendová, Praha 2011 (Kat.); J. Kačer, J. U. 1861–1940, Hodonín 2011 (Kat.).
(R. Janás)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 67, 2016), S. 119f.
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