Urbanija (Vrbanija), Josip (1877–1943), Bildhauer

Urbanija (Vrbanija) Josip, Bildhauer. Geb. Laibach, Krain (Ljubljana, SLO), 16. 2. 1877; gest. Wien, 10. 7. 1943; röm.-kath. Unehel. Kind von Cäcilia U., Haushälterin beim Bildhauer Franz Xaver Zajec (1821–1888), Stiefsohn des Bildschnitzers Josip Grošelj (1854–1941), der sein erster Lehrer war. – U. besuchte in Wien ab 1903 die Zeichen- und Malschule Strehblow, erst 1906–14 die ABK bei →Hans Bitterlich und erhielt 1910 den Gundel-Preis und 1912 den Preleuthner-Preis. In der Narodna galerija in Ljubljana finden sich zwei monumentale Gipsentwürfe seiner allegor. Portalskulpturen für das Landhaus, nämlich Quelle und Kraftaufwand bzw. Wasserversorgung und Elektrizität, die die Einflüsse durch die Wr. Hofburgskulpturen auf dem Michaelerplatz widerspiegeln. 1915–18 lebte U. in Sarajevo, wo er auch das Denkmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten für den Soldatenfriedhof ausführte. Aus der Nachkriegszeit, die U. in Wien verbrachte, sind nur wenige Werke bekannt (z. B. Statuen der Hl. Elisabeth und des Hl. Antonius mit Kind, 1934, Elisabethkirche, Wien 4). U. arbeitete in Holz, Stein und Gips und fertigte überwiegend religiöse Plastik für Kirchen sowie allegor. Statuen mit Kriegsthematik (z. B. die Holzgruppe Trösterin im letzten Kampfe, 1905, Narodna galerija, Ljubljana). Sein Stil wird dem poet. Realismus zugeordnet.

L.: Fuchs, Erg.Bd.; SBL; Thieme–Becker; St. Mikuž, in: Umetnost 4, 1939/40, S. 10ff.; Enc. likovnih umjetnosti 4, 1966; S. Žitko, in: Zbornik za umetnostno zgodovino 25, 1989, S. 94f.; T. Vignjević, Kiparstvo okoli leta 1900 …, Ljubljana 1998, S. 14f. (Kat.).
(B. Murovec)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 67, 2016), S. 132
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