Urházy (Úrházy, Urházi), György (1823–1873), Journalist und Schriftsteller

Urházy (Úrházy, Urházi) György, Journalist und Schriftsteller. Geb. Tokaj (H), 15. oder 28. 12. 1823; gest. Budapest (H), 21. 4. 1873; evang. HB. Sohn des ref. Pfarrers György U. und seiner Frau Terézia U., geb. Kemény (gest. 29. 3. 1860). – Nach dem Schulbesuch in Zsibó, 1834–42 am ref. Gymn. in Zilah sowie 1842–45 am ref. Kolleg in Klausenburg stud. U. 1846–47 Jus am dortigen Kgl. Akadem. Lyzeum, legte 1848 in Neumarkt die Advokatenprüfung ab und arbeitete i. d. F. als Konz. beim siebenbürg. Landesgubernium. Bereits 1842–48 war er als Mitarb. des siebenbürg. Bl. „Erdélyi Híradó“ journalist. tätig. Um die polit. Unionsbestrebungen mit Ungarn zu propagieren, gab er 1848 gem. mit Domokos Gf. Teleki v. Szék das Taschenbuch „Unio“ heraus. Während der Revolution 1848/49 zunächst Freiwilliger im Husarenrgt. Mátyás Nr. 15, wurde U. bald zum Lt., dann zum Oblt. befördert und diente 1849 im Rang eines Vizehptm. im Stab von Gen. →Josef Bem. Nach Niederschlagung der Revolution floh er nach Tokaj und widmete sich literar. Stud. Ab 1850 Kolumnist der Tagesztg. „Pesti Napló“, trat U. als erster Auslandskorrespondent der ung. Pressegeschichte mit auch in Buchform hrsg. Berr. über den Krimkrieg in Erscheinung („Keleti képek“, 1854). 1857–62 Red. der Tagesztg. „Magyar Posta“ sowie Leiter der Auslandsrubrik der Tagesztg. „Magyar Sajtó“, war U. 1862–67 Mitarb., 1863–65 auch Red. der oppositionellen polit. Tagesztg. „A Hon“. Ab 1867 zeichnete er für den Auslandsteil des „Pesti Lap“ verantwortlich. U. schrieb weiters Ged., Novellen und veröff. 1854 eine Monographie über den französ. K. („III. Napóleon“). 1861 und ab 1869 RT-Abg. der Deák-Partei, war U. ab 1861 k. M. der MTA und wurde 1853 mit dem Orden der französ. Ehrenlegion ausgez.

Weitere W.: Világkrónika, 1858; Liszt F., o. J.
L.: Das geistige Ungarn; M. Életr. Lex.; M. Irodalmi Lex. I, II; Markó; Pallas; Szinnyei; ÚMÉL; Wurzbach; Vasárnapi Ujság 20, 1873, S. 206, 222 (m. B.); A. Toth, Parteien und Reichstagswahlen in Ungarn 1848–92, 1973, s. Reg.; G. Bona, Kossuth L. kapitányai, 1988; Magyar utazók lex., 1993; B. Kovaček, in: Régi és új peregrináció 2, ed. I. Békési u. a., 1993, S. 826ff.; Új magyar irodalmi lex. 3, 2. Aufl. 2000; Z. Kalapis, Életrajzi kalauz 3, 2002.
(Á. Z. Bernád)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 67, 2016), S. 136
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