Uršič, Andrej Anton (1864–1925), Schachmeister und Geistlicher

Uršič Andrej Anton, Schachmeister und Geistlicher. Geb. Savogna, Görz und Gradiska (Savogna dʼIsonzo, I), 3. oder 28. 9. 1864; gest. Voghersca, Kg.reich Italien (Vogrsko, SLO), 1. 9. 1925; röm.-kath. Sohn des Bauern Valentin U. und dessen Frau Marjana U., geb. Devetak. – Nach Besuch des Gymn. in Görz und der Matura 1886 schlug U. die geistl. Laufbahn ein und wurde 1890 ordiniert. I. d. F. war er als Kaplan in Canale am Isonzo (1891–93) und Obloke (1894–1900), als Pfarrvikar in Orehek (1900–06) sowie als Pfarrer in San Lorenzo di Nebola (1906–15) tätig. 1915 wurde er von den Italienern zusammen mit anderen Priestern und Lehrern aus der Gegend für die weiteren Kriegsjahre in Cremona bzw. Florenz interniert. Nach seiner Rückkehr ließ er sich 1920 in der Pfarre Voghersca nieder, wo er bis zu seinem Tod wirkte. U. gehörte neben →Josef Plachutta zu den bedeutendsten Schachkomponisten der Monarchie. Als Red. der beiden größten slowen. Schachrubriken wirkte er über 20 Jahre als Lehrer und Mentor des Schachnachwuchses und engagierte sich für die Verbreitung des Schachspiels, insbes. des Problemschachs. Schon als Jugendlicher veröff. er in der Z. „Zvon“ erste Schachstellungen, in der Schülerz. „Mentor“ publ. er ab 1908 unter dem Titel „Navod za šahovo igro“ eine kurze Anleitung zum Schachspiel und zu den wichtigsten Eröffnungen sowie eine erste theoret. Einführung in die Schachkomposition. 1901–09 erschien in der Monatsz. „Dom in svet“ eine Schachrubrik, die er ab 1902 betreute und in der er insgesamt 400 Kompositionen publ. Über 20 Preise und (internationale) Ausz. auf diversen Turnieren illustrieren, dass U. Anfang des 20. Jh. zur Weltspitze des Kompositionsschachs gehörte. U. belegte u. a. 1902 den 1. Platz auf einem Schachturnier in den Niederlanden, 1905 bzw. 1909 den 1. Platz auf Zweizügerturnieren in Barmen bzw. Kopenhagen, 1905 errang er zudem den 3.–4. Platz in Zürich sowie den 4.–5. Platz in Barcelona, 1907 den 3. Platz wiederum in Kopenhagen. 1925 gewann er zwei 3. Preise auf dem 1. Nationalen Turnier des Jugoslaw. Schachverbands in Zagreb. Während des 1. Weltkriegs ging sein Besitz, darunter seine umfangreiche Bibl., seine handschriftl. Geschichte des Schachs sowie zahlreiche unveröff. Kompositionen, verloren; nur 118 davon sind erhalten.

L.: PSBL; SBL; N. Petrović, in: Časopis savjeta za problemski šah Š. S. J., April 1963, S. 1ff.; I. Zika, in: Slovenski šah. Mojstri šaha. Partije. Problemi. Zgodovinski prikaz, 1972, S. 115ff.; A. Preinfalk – M. Klasinc, in: Slovenski šah, 2002, S. 164ff.; Medobčinski muz. Kamnik, SLO.
(M. Klasinc)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 67, 2016), S. 137
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