Vidéky, János (1827–1901), Maler, Kupferstecher und Zeichner

Vidéky János, Maler, Kupferstecher und Zeichner. Geb. Pest (Budapest, H), 17. 1. 1827; gest. Budapest (H), 8. 2. 1901; röm.-kath. Sohn von →Károly V.; ab 1866 verheiratet. – V. erhielt seine Ausbildung im Atelier seines Vaters und bei →Károly Sterio. Während der Revolution von 1848 arbeitete er als Min.-Konz. im ung. Innenmin. und beschäftigte sich mit dem Zeichnen und der Vervielfältigung polit. Karikaturen; später trat er in die Honvéd ein. Nach 1849 versteckte er sich in Ungarn, danach in Graz und begann ung. Volkskunst zu sammeln. 1852 ging er nach Venedig, wo er angebl. an der Accad. di Belle Arti stud. und sich im Atelier von Pietro Ròi weiterbildete. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Erzieher bei der Familie der Gf. Berchtold. 1857 eröffnete er in Venedig sein eigenes Atelier, 1863 erhielt er ein Stipendium von 1.000 Gulden, und – mit Unterstützung des österr. Min. des Äußern – ein Atelier im Palais der österr. Botschaft in Rom. Zu dieser Zeit machte er auch Stud.reisen nach Neapel, Palermo und Griechenland. Während seines Italienaufenthalts schuf V. Historienbilder und religiöse Kompositionen, die er auch nach England verkaufte, sowie kleinformatige italien. Landschaften. 1860 stellte er sein Bild „Christenverfolgung in Pompeji“ in mehreren Städten Italiens sowie in Agram, Pest und St. Petersburg aus und erhielt dafür große Anerkennung. 1867 kehrte V. nach Ungarn zurück und wirkte an der Kunstschule in Gran, daneben beschäftigte er sich mit religiöser Malerei. 1872 übersiedelte er nach Budapest und arbeitete als Zeichenlehrer in der Realschule im 8. Bez. Bes. Bedeutung erlangte er dort durch seine Anregung zur Gründung der Gewerbe-Zeichen-Schule (1880), als deren erster Dir. er fungierte. V. veröff. mehrere Hdbb. und Lehrmaterialien für den Zeichenunterricht, so „Zeichnen. Methodischer Unterricht. In drei Theilen“ (1887, auch auf Ung. und Französ.), „Vezérfonal a szabadkézi rajziskolában“ (1882) und „Szabadkézi rajzminták“ (1882).

Weitere W.: Der Königssee (Magyar Nemzeti Galéria, Budapest).
L.: Fővárosi Lapok, 21. 6., 13. 7., 20. 8., Pesti Napló, 6. 8. 1864; Pester Lloyd, 9. 2. 1901; Das geistige Ungarn; Művészeti Lex. I, II; Szinnyei; Thieme–Becker; Wurzbach; Vasárnapi Ujság 38, 1891, S. 457 (m. B.); Műcsarnok 4, 1901, S. 127; D. Pataky, A Magyar rézmetszés törtenete …, 1951, S. 45, 239; K. Lyka, A táblabíró világ művészete. Magyar művészet 1800–50, 3. Aufl. 1981, S. 372.
(N. Veszprémi)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 68, 2017), S. 267f.
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