Vita, Wilhelm (1846–1919), Maler

Vita Wilhelm, Maler. Geb. Zauchtel, Mähren (Suchdol nad Odru, CZ), 5. 5. 1846; gest. Joching (NÖ), 5. 8. 1919; röm.-kath. Sohn des Arztes Thaddäus V. (geb. Freiberg, Mähren / Příbor, CZ, 28. 10. 1812; gest. Kunewald, Mähren / Kunín, CZ, 27. 2. 1895), der an der Univ. Olmütz Med. stud. hatte, und von Euphemia V. (gest. Kunewald, 14. 1. 1892). – V. besuchte das Gymn. in Freiberg und sollte wie sein Vater Med. stud. Aufgrund seiner künstler. Begabung absolv. er jedoch 1862–67 eine Ausbildung an der Wr. ABK (u. a. bei Karl Wurzinger und →Karl Josef Geiger). 1868–69 arbeitete er kurzfristig im Photoatelier von →Fritz Luckhardt, anschließend bei Emil Rabending. Ab 1870 wirkte V. als freischaffender Maler in Wien und wandte sich vorerst der Historienmalerei zu, später spezialisierte er sich auf Porträts, wobei er von →Heinrich v. Angeli gefördert wurde. In den 1870er-Jahren führten ihn Stud.reisen nach München, Berlin, Paris und nach Italien. Bes. Bedeutung erlangte V. durch seine zahlreichen Porträts von Mitgl. des Kaiserhauses (K. →Franz Joseph I., 1881, 1890, Kronprinz →Rudolf, 1881, 1882, 1883, Erzhg. →Karl Ludwig, 1879, Erzhgn. Maria Theresia, Erzhg. →Franz Ferdinand und Erzhg. →Otto) sowie von ausländ. Herrscherpersönlichkeiten. Für seine Verdienste erhielt er aus den Privatmitteln des K. eine Rente auf Lebenszeit. V. präsentierte seine Arbeiten erstmals 1869 auf der Ausst. des österr. Kunstver., weiters auf den internationalen Kunstausst. 1869, 1870 und 1882 in Wien. Seine Bilder wurden im Verlag von Wilhelm Zöller auch als Wandkal. verkauft (1887). 1889 zählte V. zu den Mitbegründern des Salons der Zurückgewiesenen (deren Ausst.halle befand sich am Platz des Wr. Eislaufver.), der aus Protest gegen die Aufnahmejury des Künstlerhauses initiiert wurde, bzw. des Wr. Künstler-Clubs, als dessen Präs. er auch fungierte. Der Hauptzweck dieses Ver. lag in der Pflege der Kollegialität; zu den Mitgl. zählten u. a. die Maler →Raimund Frh. v. Stillfried u. Rathenitz, →Gustav Ranzoni sowie die Architekten →Theodor Bach und Franz Kupka. 1870–89 war V. Mitgl. der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus), 1906 wurde er Ritter des Franz Joseph-Ordens.

Weitere W.: Thaddäus Frh. v. Lichtenfels, 1874; Anton v. Schmerling, 1876; Joseph Hellmesberger d. Ä.
L.: RP, 8. 9. 1906, 15. 8. 1919; Wr. Abendpost, 9., NFP, 10., 15. 8. 1919; Eisenberg 1; Fuchs, 19. Jh.; Kosel 1; Thieme–Becker; Wurzbach; A. Martinez, Wr. Ateliers, 1891, S. 77ff.; Österr. Rundschau 17–18, 1908, S. 381; J. Ch. Allmayer-Beck, Das Heeresgeschichtl. Mus. Wien, 1981, S. 52; M. Rauchensteiner, Das Heeresgeschichtl. Mus. in Wien, 2000, S. 56f.; W. Aichelburg, Das Wr. Künstlerhaus 1861–2001, 2003, s. Reg.; ders., 150 Jahre Künstlerhaus Wien 1861–2011 (nur online, Zugriff 10. 8. 2016); ABK, Wien; Pfarre Weißenkirchen, NÖ.
(Ch. Gruber)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 68, 2017), S. 298
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