Wachtel von Elbenbruck, Josef Edler (1842–1924), Admiral

Wachtel von Elbenbruck Josef Edler, Admiral. Geb. Prag, Böhmen (Praha, CZ), 27. 6. 1842; gest. Pola, Kg.reich Italien (Pula, HR), 11. 1. 1924; röm.-kath. Sohn des Landesbaudir. von Böhmen Josef Wachtel, der für seine Konstruktion von Brücken über die Elbe 1862 mit dem Prädikat Edler v. Elbenbruck in den Adelsstand erhoben wurde, und der Eleonore Wachtel, geb. Edle v. Kuscha (1804–1874); ab 1876 verheiratet mit Elisabeth W. Edle v. E., geb. Zajicek. – W. besuchte 1851–55 die Normalschule, 1855/56 das Kadetteninst. in Krakau und 1856–59 die Marineakad. in Triest bzw. Fiume. Wegen des 2. Italien. Unabhängigkeitskriegs 1859 vorzeitig ausgemustert, war er auf einem Wachschiff in Venedig eingeteilt, kam aber in keinem Gefecht zum Einsatz. I. d. F. durchlief W. wechselnde Ausbildungsstätten an Bord und an Land und legte 1860 die Off.prüfung ab. 1864 machte er auf dem Linienschiff „Kaiser“ die Expedition in die Nordsee gegen Dänemark (wieder ohne Gefechtsteilnahme) mit und wurde 1866 zum Linienschiffsfähnrich befördert. Während des Feldzugs 1866 kommandierte er an Land eine Komp. des Matrosenkorps. 1868–70 Adj. beim Militärhafenkmdo. in Pola, erhielt er 1870 erstmals ein Schiffskmdo. über den Raddampfer „Alnoch“ für den Hafendienst. 1871 Linienschiffslt. 2., 1874 1. Kl., war er wiederholt als Art.off. im Einsatz. 1874 fungierte er als Gesamtdetailoff. auf der Brigg „Saida“ im Mittelmeer und musste wegen eines Orkans das Schiff vor Sizilien auf Grund setzen, um die Besatzung zu retten. Ab 1879 bildete W. sich im Seeminenwesen aus und experimentierte mit einem speziellen Zündmechanismus. 1884 Korvettenkapitän, übernahm er 1885 als Kmdt. die Segelkorvette „Minerva“ sowie 1886 die Dampfjacht „Greif“, die abwechselnd dem Kronprinzenpaar, Erzhg. →Albrecht und dem Marine-Kmdt. zur Verfügung stand. 1887 fungierte W. als Stabschef von Flotteneinheiten, 1888–90 als Vorstand der 4. Abt. (Schiffs- und Maschinenbau sowie Art.) in der Marinesektion des Reichskriegsmin.; 1888 Fregatten-, 1892 Linienschiffskapitän. 1890 kommandierte er die Schraubenkorvette „Saida“ auf einer Weltreise durch den Suezkanal nach Ostafrika, Australien, Chile und Argentinien. Sein naut. Können und sein taktvoller Umgang empfahlen W. 1892–96 immer wieder zum Kmdt. von Jachten, auf denen Kn. →Elisabeth das Mittelmeer bereiste. 1896–98 stand W. der II. Geschäftsgruppe (Technik) in der Marinekanzlei vor, wurde 1898 Konteradmiral und Vorstand des Marine-Kontrollamts und schließl. zu Jahresbeginn 1901 mit Charakter als Vizeadmiral ad honores pensioniert. W. erhielt u. a. 1894 den Orden der Eisernen Krone III. Kl., im selben Jahr das Kommandeurkreuz des italien. Ordine dei Santi Maurizio e Lazzaro sowie des portugies. Ordem de São Bento de Aviz und 1895 das Komturkreuz des bayer. Ordens zum Hl. Michael.

L.: WZ, 6. 4. 1875, 14. 8. 1890, 30. 10. 1894, 29. 7. 1898, 6. 1. 1901; Die Presse, 22. 11. 1894; A. Schmidt-Brentano, Die österr. Admirale 2, 2000, S. 40ff. (m. B.); KA, Wien.
(A. Schmidt-Brentano)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 69, 2018), S. 385f.
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