Wachter, August (1878–1945), Missionar

Wachter August MHM, Missionar. Geb. Bludenz (Vbg.), 8. 12. 1878; gest. Brit.-Borneo (MAL), 6. 8. 1945 (offizielle Todeserklärung); röm.-kath. Sohn des Gipsers und späteren Kaminkehrers Johann Josef W. und dessen Frau Susanna W., geb. Burtscher, Bruder des Mitbegründers der kath. österr. Hochschulverbindung Leopoldina in Innsbruck Hermann W. (geb. Bludenz, 1. 10. 1876), der 1902 an der dt. Univ. Prag zum Dr. iur. prom. wurde. – Nach dem Besuch des Gymn. in Feldkirch und des Vinzentinums in Brixen begann W. 1899 ein Theol.stud. in Innsbruck, das er später in Brixen fortsetzte. Ab September 1900 stud. er am Mill Hill College in London; 1903 Priesterweihe in Brixen und Primiz in der Pfarrkirche Bludenz. Nach seinem Eintritt in die Missionsges. vom hl. Josef von Mill Hill arbeitete W. 1903–05 im St. Josefs-Missionshaus in Brixen, wo er seine Fremdsprachenkenntnisse verbesserte. Nachdem er im Spätsommer 1905 nach Brit.-Borneo gereist war, wurde er 1906 der Missionsprov. Penampang seines Ordens zugeteilt und begann mit dem Aufbau zahlreicher Missionsstationen und Schulen. Er unterbrach seine Tätigkeit mehrmals für Sammelreisen, etwa 1923 nach Amerika. Wiederholt besuchte er auch seine Vbg. Heimat. Im Juli 1927 wurde W. zum Apostol. Präfekten von Nord-Borneo (Sabah, Labuan und Brunei) ernannt, ein Amt, das mit bischöfl. Vollmachten ausgestattet war. Zur Unterstützung seiner Missionsarbeit gründete er 1936 in seiner apostol. Präfektur den Frauenorden der Franziskanerschwestern von der unbefleckten Empfängnis (FSIC). Als Folge des Pazifikkriegs eroberten 1941 japan. Truppen Borneo. Die österr. und Südtiroler Missionare von Mill Hill galten als Deutsche und wurden zunächst nicht behelligt. Nach der Kapitulation des Dt. Reichs im Mai 1945 wurde W. jedoch noch im selben Monat gem. mit acht weiteren Ordensangehörigen verhaftet und deportiert. Er musste einen Todesmarsch ins Landesinnere antreten, wo sich seine Spur verliert. Seine sterbl. Überreste wurden nie gefunden.

L.: Vbg. Landes-Ztg., 17. 12. 1903; Vbg. Volksbl., 7. 9. 1919, 12. 12. 1923; A. Ulmer – J. Schöch, Topograph.-hist. Beschreibung des Gen.vikariates Vbg. 8, Tl. 1, 1971, S. 39, 139, 144; St. Josefs Missionsbote 109, 2005, H. 3, S. 7ff. (m. B.); T. Amort – S. Schmölzer, ebd., H. 4, S. 3ff. (m. B.); S. Rinner, in: Vbg. KirchenBl., 2015, Nr. 30, S. 16 (m. B.); Pfarre Bludenz, Vbg.; UA, Praha, CZ.
(M. Fliri)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 69, 2018), S. 386
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