Wacquant-Geozelles, Johann Frh. von (1754–1844), General

Wacquant-Geozelles Johann Frh. von, General. Geb. Briey, Lothringen (Val de Briey, F), 17. 5. 1754; gest. Wien, 18. 3. 1844. Entstammte einem luxemburg. Adelsgeschlecht; ab 1794 in 1. Ehe mit Marie-Christine-Françoise Freifrau v. W.-G., geb. de Wolff, ab 1825 in 2. Ehe mit deren Nichte Marie-Anne-Joséphine Freifrau v. W.-G., geb. de Wolff (gest. 1844), verheiratet. – W. trat 1771 als Art.kadett in die niederländ.-österr. Armee ein und arbeitete während seiner Ausbildungszeit an der Mappierung der Karte der Niederlande unter GM Joseph Johann Gf. v. Ferraris (Ferraris-Karte) mit. 1778 kam er als Fähnrich zum IR Nr. 9; 1779 Unterlt. im Mineurkorps. 1788 zum Oblt. im Ing.-Korps ernannt, fand W. zunächst Verwendung beim Bau der Festung Theresienstadt und wurde 1788 beim Eintritt Österr. in den Russ. Türkenkrieg nach Kroatien berufen, wo er sich bei der Erstürmung der Festung Schabatz bzw. vor Belgrad auszeichnete. 1793 als Hptm. in den Gen.quartiermeisterstab übernommen und noch im selben Jahr zum Mjr. und Flügeladj. des FM Friedrich Prinz v. Sachsen-Coburg-Saalfeld ernannt, bewies W. seine militär. Fähigkeiten während der Belagerung von Valenciennes. 1795 zum Pionierkorps versetzt und zum Obstlt. befördert, war er bei der Erstürmung des Galgenbergs vor Mannheim in der Armee von Dagobert Gf. v. Wurmser ebenso erfolgreich. W. erhielt nun das Kmdo. über die Festung Würzburg, danach über jene von Ingolstadt und 1800 als Obst. über jene von Burghausen. 1801 wurde er zum Kmdt. des IR Nr. 21 ernannt. 1805 zwang er die Franzosen zur Räumung Iglaus und wurde mit der Bestimmung der Demarkationslinie zwischen Tabor und Linz betraut; 1807 GM. 1809 zunächst Brig.kmdt. in Bayern, kämpfte er erfolgreich in der Schlacht bei Aspern, wofür er mit dem MMTO ausgez. wurde, sowie bei Wagram, wo er verwundet wurde. Nach dem Frieden von Schönbrunn betraute man ihn als Koär. mit Grenzziehungsfragen; 1809 FML. Bei Ausbruch des Befreiungskriegs 1813 kam W. als Koär. in das Hauptquartier der Alliierten, fungierte dann als Sondergesandter in Württemberg und war mit der Regulierung der Grenze zu Frankreich beauftragt. 1815 wirkte er als Festungsgouverneur in Mainz, im Juni desselben Jahrs wurde ihm die Blockade von Straßburg übertragen, nach der Schlacht von Waterloo schloss er mit den Franzosen den Waffenstillstand am Oberrhein. 1816 ging er als Gesandter nach Kassel, 1821 war er Militärkmdt. von Troppau. 1822 wurde er pensioniert. I. d. F. in öff. Ämtern aktiv, übernahm W. 1833 die Präs.schaft des allg. Militär-Appellationsgerichts in Wien; 1835 FZM. 1839 trat er endgültig i. d. R. W., der soldat. und diplomat. Fähigkeiten vereinte, war u. a. ab 1813 Ritter des k. russ. St. Annen-Ordens I. Kl., Ritter des St. Wladimir-Ordens II. Kl., erhielt 1815 das Kleinkreuz des kgl. ung. St. Stephan-Ordens, 1816 das Ritterkreuz des Ordens der Eisernen Krone I. Kl., den preuß. Roten Adler-Orden sowie 1839 das Großkreuz des Leopold-Ordens. 1810 wurde er in den Frh.stand erhoben. 1810–44 war er Inhaber des IR Nr. 62; 1812 k. k. w. Kämmerer, 1813 Geh. Rat.

L.: WZ, 15. 3., 9. 11. 1844; Grazer Ztg., 26. 3., 23. 11. 1844; Agramer Ztg., 27. 3. 1844; Hirtenfeld; Wurzbach; A. Neyen, Biographie luxembourgeoise 2, 1861; (G.) Amon v. Treuenfest, in: Streffleur 3, 1885, S. 161ff.
(D. Angetter)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 69, 2018), S. 390f.
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>