Waerndorfer (Wärndorfer), August (1865–1940), Industrieller

Waerndorfer (Wärndorfer) August, Industrieller. Geb. Wien, 30. 3. 1865; gest. Elgin (GB), 17. 2. 1940; bis 1902 mos., danach evang. AB. Sohn des Großindustriellen Samuel Wärndorfer (geb. 4. 2. 1842; gest. Gastein/Bad Gastein, Sbg., 10. 7. 1912), der 1882 gem. mit →Isidor Mautner und Moritz Benedict in Nachod die Baumwollspinnerei Wärndorfer – Benedict – Mautner mit Niederlassungen in Wien und im nö. Günselsdorf gründete, und Bertha Wärndorfer (1844–1921), geb. Neumann, Bruder von →Fritz W.; ab 1897 in 1. Ehe mit Adrienne Marguerite W., geb. Hakim, verheiratet (1910 geschieden), in 2. Ehe ab 1911 mit Constance Evelyn W., geb. Byatt. – W. war zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder Ges. der Nachoder Baumwollspinnerei Wärndorfer – Benedict – Mautner, die ab 1907 von Mautner allein geführt wurde. Bereits 1898 importierte W. Fahrgestelle des Automobilherstellers Amédée Bollée fils und versah sie mit eigenen Karosserien. 1899 wurde in Leesdorf bei Baden unter der Patronanz der Oesterr. Länderbank die Leesdorfer Automobil-Werke AG gegr., zu deren Dir. W. bestellt wurde. Im selben Jahr nahm man die Produktion von Automobilen auf, die bereits 1901 wieder eingestellt wurde; 1903 wurde das Unternehmen aufgelöst. W. interessierte sich nicht nur für die Automobilind., sondern auch für Flugtechnik. Er war Präs. der Sektion Gleitflug des Österr. Flugtechn. Ver. 1909 fungierte er als Juror für die von dieser ausgeschriebenen Konkurrenz für Flugmaschinenmodelle. W. war wie sein Bruder Kunstsammler und verkehrte in Wr. Künstlerkreisen. Er war 1919–25 gem. mit Samuel Glückselig Geschäftsführer und Ges. des Auktionshauses für Altertümer Glückselig & Wärndorfer GmbH. W. zählte zu den Mitbegründern des Wr. Athletiksport-Clubs. 1938 emigrierte er nach Schottland.

L.: Österr. Kraftfahrzeuge von Anbeginn bis heute, ed. H. Seper u. a., 1982; Zedhia, Zentraleurop. digitales wirtschafts- und gesellschaftshist. interaktives Archiv (online, Zugriff 27. 11. 2017); IKG, WStLA, beide Wien.
(S. B. Weiss)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 69, 2018), S. 397
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