Wagner von Wagensburg, Johann Ferdinand Ritter (1811–1908), Eisenbahnfachmann

Wagner von Wagensburg Johann Ferdinand Ritter, Eisenbahnfachmann. Geb. Ung. Altenburg (Mosonmagyaróvár, H), 2. 11. 1811; gest. Wien, 3. 2. 1908; röm.-kath. W. betrieb polit. Stud. in Raab und Pest, ökonom. Stud. an der landwirtschaftl. Lehranstalt in Ung. Altenburg sowie techn. Stud. in Pest. Als Angestellter des Wieselburger Kom. war er 1836–39 mit geometr. Aufnahmen und Regulierungen beschäftigt. Anschließend wirkte er bei der Trassierung der ung. Strecke der Wien-Raaber Bahn, bei der Pressburg-Tyrnauer Pferdebahn und an den Vorarbeiten zur Prag-Dresdner Eisenbahn mit. Im September 1842 trat er als Ing.-Ass. in den Dienst der k. k. Staatseisenbahn ein, wo er 1844 den Ing.-Eid ablegte und 1847 Ing. 1. Kl. wurde. Bis 1844 war W. dem Eisenbahnbau, dann bis 1851 dem Eisenbahnbetrieb der Dion. Prag zugeteilt. Danach fungierte er als Oberinsp. der Betriebsdion. der k. k. südl. Staatsbahnen; ab 1857 Vorstandsstellv. In dieser Zeit kam es zur Errichtung des Teilstücks Laibach–Triest. Nach dem Verkauf der südl. Staatsbahnen an die k. k. priv. Südbahn-Ges. wurde W. der Gen.inspektion der österr. Eisenbahnen zugeteilt, 1863 deren Leiter und 1866 Vorstand der Gen.inspektion, zunächst im Rang eines Sektionsrats, dann im Rang eines Min.rats. Als solcher war er Bevollmächtigter für die Verhh. mit Preußen betreffend die Vermehrung der Eisenbahnverbindungen zwischen Österr. und Preußen. 1870 wurde er in den zeitl., 1892 in den dauerhaften Ruhestand versetzt. W. war außerdem Mitgl. des Staatseisenbahnrats. Ab 1849 gehörte er dem Österr. Ing.-Ver. (später Österr. Ing.- und Architekten-Ver.) an und regte dort die Errichtung des 1869 enthüllten Denkmals für →Karl Ritter v. Ghega auf dem Semmering an. Er erhielt u. a. das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens (1857) sowie den Orden der Eisernen Krone III. Kl. (1859). 1863 wurde W. mit dem Prädikat „von Wagensburg“ in den Ritterstand erhoben.

L.: NFP, WZ, 4., Prager Abendbl., 5. 2. 1908; Beschreibender Kat. des k. k. hist. Mus. der österr. Eisenbahnen, 1902, S. 96f.; The Railroad Gazette 44, 1908, S. 549; ZÖIAV 60, 1908, S. 100, 118; Mit Volldampf in den Süden. 150 Jahre Südbahn Wien-Triest, ed. G. Arlt u. a., 2007, S. 489 (m. B.); AVA, Pfarre Döbling, beide Wien.
(R.-H. Gröger)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 69, 2018), S. 416
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