Wagner, Johann Ritter von (1815–1894), General

Wagner Johann Ritter von, General. Geb. Klokoč, kroat. Militärgrenze (HR), 19. 4. 1815; gest. Samobor (HR), 28. 10. 1894; röm.-kath. Sohn eines Off., Vater u. a. des Off. und späteren Finanzbeamten Emil W. (geb. 1857); ab 1852 verheiratet mit Emma Freiin v. Scholten (geb. 1829). – Nach dem Besuch der Theresian. Militärakad. in Wr. Neustadt 1826–34 kam W. 1834 als Fähnrich zum IR Nr. 51; 1838 Lt. 1840 dem Gen.quartiermeisterstab zugeteilt, avancierte er 1846 zum Oblt. und bewährte sich 1848 als Kapitänlt. im IR Nr. 33 und zugleich als Gen.stabsoff. der Brig. von →Eduard Gf. Clam-Gallas auf dem italien. Kriegsschauplatz, insbes. in den Straßenkämpfen von Mailand sowie in den Schlachten bei Santa Lucia, Vicenza und Custozza. 1849 Hptm. im Gen.stab, machte er den Sommerfeldzug als Gen.stabschef im siebenbürg. Armeekorps mit und wurde bereits im August desselben Jahrs zum Mjr. befördert; 1853 Obstlt., 1857 Obst., fand er im italien. Feldzug 1859 zunächst als stellv. Gen.stabschef der 1. Armee und danach als Gen.stabschef des 11. Armeekorps Verwendung. Bes. Verdienste erwarb er sich in der Schlacht bei Solferino. 1860 übernahm W. die Leitung des Gen.stabs-Bureaus für Kriegsgeschichte in Wien. Im Oktober 1862 fungierte er als Gen.stabschef von Kroatien, im November als Bgdr. in Karlstadt. 1863 zum GM befördert, erhielt W. einen Posten als Kordonskmdt. 1866 kämpfte er erneut auf dem italien. Kriegsschauplatz, wo er das Kmdo. über eine aus Militärgrenzrgt. zusammengesetzte Brig. übernahm. Nach Kriegsende diente W. als Bgdr. in Semlin, ehe er 1868 zum Statthalter und Militärkmdt. von Dalmatien ernannt wurde. Zu seinen Aufgaben zählte die Umsetzung des neuen Wehrgesetzes, was großen Widerstand in der Bevölkerung hervorrief. 1869 warf er einen Aufstand in der Zuppa im Grenzgebiet zu Montenegro nieder und übergab danach als FML das Kmdo. über die Operationstruppen an →Gottfried Gf. Auersperg. Über Cattaro zog er sich nach Zara zurück. Ende 1869 wurde W. seines Postens als Statthalter enthoben und erhielt für einige Wochen das Kmdo. über die 10. IR-Truppendiv. in Böhmen. Anfang Februar 1870 wurde W. von der Regierung →Leopold Hasners v. Artha als Minister für Landesverteidigung eingesetzt. Bereits im April desselben Jahres wurde er nach dem Sturz der Regierung in Disponibilität und mit November i. d. R. versetzt. Danach lebte W. teils in Wien, teils auf seinem Gut in Samobor. 1848 erhielt er das Ritterkreuz des Leopold-Ordens, 1849 den russ. St. Wladimir-Orden IV. Kl., 1859 den Orden der Eisernen Krone III. Kl. sowie 1870 den osman. Mecidiye-Orden I. Kl. 1861 wurde er in den Ritterstand erhoben.

W.: Die Allarmschüsse am 18. März 1848 zu Mailand, in: NFP, 17. 3. 1891.
L.: Tages-Post (Linz), 4. 8. 1868; NFP, 29. (Abendbl.), Wr. Abendpost, 30., Grazer Volksbl., 31. 10. 1894; Wurzbach; KA, Wien.
(D. Angetter)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 69, 2018), S. 409
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