Wala (Vála), Joseph (1820–1881), Montanist

Wala (Vála) Joseph, Montanist. Geb. Wlčnow, Böhmen (Vlčnov, CZ), 15. 11. 1820; gest. Prag, Böhmen (Praha, CZ), 14. 9. 1881; röm.-kath. Sohn des Bauern Johann W. und der Anna W., geb. Pochobradsky. – Nach Besuch des Gymn. in Königgrätz absolv. W. die phil. Jgg. in Prag und besuchte 1843–47 die Bergakad. in Schemnitz. 1847 als Praktikant bei der Schürfungsdion. in Přibram aufgenommen, wurde er der Schürfungskomm. in Trautenau zugewiesen. 1852 zunächst zum Bergamt in Cilli versetzt, trat W. kurzfristig aus dem Staatsdienst aus und wirkte bis Ende 1853 als Markscheider beim gräfl. Sternberg’schen Bergbau im böhm. Radnitz. Nach seinem Wiedereintritt in den Staatsdienst 1853 erneut der Schürfungsdion. in Přibram zugewiesen, wurde er zur Schürfungskomm. in Brandeis entsandt. 1855 wurde er zum Bergmeister bei der Berg- und Hüttenverwaltung in Straschitz bei Rokitzan ernannt und 1857 zum Berggeschworenen beim Hauptwerk in Přibram befördert. 1864 und 1865 vom Staatsdienst beurlaubt, übernahm W., der 1866 Bergrat wurde, bis 1871 als Dir. die Bergbaue der Prager Eisenind.ges. in Kladno. Schon 1866 endgültig aus dem Staatsdienst ausgeschieden, wirkte er ab 1871 als Dir. der Bergbaue der Gebrüder Gutmann in Böhmen, Mähren, Schlesien und Ungarn. 1877 trat er i. d. R. und übersiedelte zunächst nach Budweis, 1880 nach Prag. W. erwarb sich im Rahmen seiner vielseitigen prakt. Tätigkeit bei diversen böhm. Bergbauen einen internationalen Ruf als ausgez. Montanist. Für die anhaltende Produktion des Bergbaus in Přibram war 1859 seine Entdeckung, dass der Adalberti-Hauptgang am 20. Lauf (in etwa 500 m Tiefe) in der Nähe einer Lettenkluft (geolog. instabile Zone) nur abgelenkt wird und an Adel (Erzreichtum) einbüßt, dann aber im Phyllit mit gleicher Erzführung weiterstreicht, von essenzieller Bedeutung. Ähnl. Nachweise und Erfolge ließen sich auch auf anderen Horizonten und Gängen des Přibramer Erzreviers erzielen. An seinen verschiedenen Wirkungsorten entdeckte W. zahlreiche neue Mineralien, wie beispielsweise den Sphärit von Zaječov und den Delvauxit von Nenačovice bei Kladno, oder bisher unbekannte Mineralvorkommen, wie den Freieslebenit und Greenockit in Přibram. 1874 publ. er gem. mit →Rudolf Helmhacker eine umfangreiche Stud. über „Das Eisensteinvorkommen in der Gegend von Prag und Beraun“ (in: Archiv für die naturwiss. Landesdurchforschung von Böhmen 2, 2. Abt.). Die mineralog. Smlgg. des Böhm. Mus. (Národní muz.) in Prag bereicherte W. mit vielen wertvollen Schenkungen. 1854 wurde er Korrespondent der Geolog. Reichsanstalt in Wien, ab 1865 war er Mitgl. des naturhist. Ver. Isis in Dresden. Nach ihm wurde 1867 das Mineral Valait benannt.

L.: WZ, 7. 11. 1866; Der Silber- und Blei-Bergbau zu Přibram, 1875, S. 45, 58; A. Wraný, Die Pflege der Mineral. in Böhmen, 1896, s. Reg.; Pfarre Chrudim, CZ.
(M. Svojtka)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 69, 2018), S. 431f.
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