Walder von Buzsák, Gyula (1872–1924), Bankier

Walder von Buzsák Gyula, Bankier. Geb. Arad, Ungarn (RO), 18. 2. 1872; gest. Budapest (H), 17. 10. 1924; evang. Aus einer 1848 konvertierten jüd. Familie stammend. Sohn des 1906 nob. Arader Holzhändlers KR Gyula W. v. B. (geb. 1842) und dessen Frau Adalberta Ida W. v. B., geb. Steinitzer. – W. absolv. die Wr. Handelsakad. und unternahm 1892–95 eine Stud.reise nach Paris und London. Nach seiner Rückkehr nach Ungarn fungierte er ab 1895 als Bankbeamter beim Ersten Pester Vaterländ. Sparcassa-Ver. (Pesti Hazai Első Takarékpénztár), dem ersten, 1839 gegr. unabhängigen Kreditinst. in Ungarn, wo er i. d. F. Karriere machte: 1907–11 geschäftsführender Dir., 1911–23 Gen.dir., war W. ab 1923 Dir. und zugleich 1917–23 Dion.mitgl. des mächtigsten Geldinst. in der ung. Reichshälfte. Bes. Verdienste erwarb sich W. während des 1. Weltkriegs durch die Emission der ung. Kriegsanleihen sowie als Kuratoriumsmitgl. des 1914 von →Kálmán Széll v. Duka u. Szentgyörgyvölgy initiierten Kriegsspitals der Geldinst. Während der Räterepublik 1919 war er wochenlang inhaftiert. Weiters war W. publizist. tätig und veröff. volkswirtschaftl. Beitrr. in der „Neuen Freien Presse“ sowie im „Pester Lloyd“. Er hielt sich zwar von der Tagespolitik fern, hatte allerdings als Bankier maßgebl. Einfluss auf die ung. Finanzpolitik. 1910 erhielt er das Komturkreuz mit Stern des Franz Joseph-Ordens, 1912–18 war er auf Lebensdauer ernanntes Mitgl. des Magnatenhauses.

L.: NFP, 19., 21. 10. 1924; Das geistige Ungarn; M. Életr. Lex.; M. Zsidó Lex.; ÚMÉL; F. Feder, in: Erstes Jb. des Kriegsspitals der Geldinst. in Budapest – Beitrr. zur Kriegsheilkde., 1917, S. XVff.; Magyar politikai lex. 1, ed. E. Madarász, 1929 (m. B.); B. Kempelen, Magyar zsidó családok, 1999, S. 118; Libri Regii – Királyi Könyvek 1527–1918 (online, Zugriff 20. 11. 2017).
(Á. Z. Bernád)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 69, 2018), S. 440
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