Wallsee, Heinrich Egon; eigentl. Buchsbaum, Ps. Heintz Buxbaum (1849–1942), Journalist und Schriftsteller

Wallsee Heinrich Egon, eigentl. Buchsbaum, Ps. Heintz Buxbaum, Journalist und Schriftsteller. Geb. Lomnitz, Mähren (Lomnice u Tišnova, CZ), 9. 1. 1849; gest. Hamburg, Dt. Reich (D), 4. 2. 1942; mos., ab 1874 evang. AB. W. erlernte vorerst den Kaufmannsberuf, betrieb daneben aber auch Kunststud. und betätigte sich als Maler. 1866 nahm er als Freiwilliger in der k. k. Armee am Krieg gegen Preußen teil. 1869 entschied er sich für eine Journalistenlaufbahn, kam nach Wien und war zunächst als Lokalberichterstatter und Theaterreferent – u. a. für das „Neue Wiener Tagblatt“, „Die Presse“ und das „Fremden-Blatt“ – tätig. 1871 Red. der „Deutschen Zeitung“, fungierte er 1876 während des Serb.-Osman. Kriegs im Heer von Abdülkerim Nadir Pascha als Kriegskorrespondent der „Neuen Freien Presse“. Nach seiner Rückkehr wirkte er bis 1883 als Red. bei der „Konstitutionellen Vorstadt-Zeitung“ sowie ab 1878 auch als Mitarb. der österr. Militärztg. „Der Kamerad“. Bereits ab 1872 Korrespondent, ab 1885 Red. bei den „Hamburger Nachrichten“, lebte er ab 1888 in Hamburg, wo er in erster Linie als Kunst- und Theaterkritiker in Erscheinung trat. Nach seiner Pensionierung 1912 zog er nach Dockenhuden bei Altona an der Elbe. Neben seiner journalist. Tätigkeit wirkte er auch als Schriftsteller und veröff. Lustspiele („Die Verlorenen“, 1881; „Wien bei Nacht“, 1882), Humoresken („Die Kriegskorrespondenten“, 1883; „Die Schuld“, 1890), Erz. und Aphorismen („Erdachtes und Erlebtes“, 1899; „Aus der Mappe eines Journalisten“, 1910) sowie Reiseführer. W. war Initiator und 1899 Mitbegründer des Dt. Schauspielhauses in Hamburg. Er unterhielt Briefwechsel mit der Schauspielerin Margarete Königswarter-Formes und mit →Julius Bauer. Ab 1878 war er Mitgl. des Journalisten- und Schriftsteller-Ver. „Concordia“.

Weitere W.: Reisebriefe aus dem Orient, 1891; Modernes Reisen, 1891; Der Nordland- und Spitzbergenfahrer, 1902; Die Nordfahrt, 1912; Aus Goethes Liebesleben, 1920.
L.: Brümmer; Heller 5; Kosel 2; Wininger; Wurzbach; R. Heuer, Bibliographia Judaica 3, 1988; R. M. Wlaschek, Biographia Judaica Bohemiae 1, 1995; A. L. Staudacher, „… meldet den Austritt aus dem mosaischen Glauben“ … 1868–1914, 2009, S. 88.
(Á. Z. Bernád)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 15 (Lfg. 69, 2018), S. 467
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