Weber von Webenau, Viktor Edler (1861–1932), General

Weber von Webenau Viktor Edler, General. Geb. Schloss Neuhaus (Ktn.), 13. 11. 1861; gest. Innsbruck (Tirol), 4. 5. 1932 (begraben: München, D); röm.-kath., ab 1900 evang. HB. Sohn des Gutsbesitzers Ludwig Edler W. v. W. und dessen Frau Adele, geb. Schießler; ab 1886 mit Therese Edle W. v. W., geb. Baumgartner, nach der Scheidung ab 1901 mit Anna Edle W. v. W., geb. Hebenstreit, verheiratet. – Nach Besuch der Realschule in Graz frequentierte W. 1878–79 die Inf.kadettenschule in Graz-Liebenau; 1879 Kadettoberjäger, 1880 Lt. im Feldjägerbaon. Nr. 27. 1886 Oblt., 1892 Hptm. II. Kl., diente er als Komp.kmdt. im Feldjägerbaon. Nr. 27, stationiert in Villach. 1895 zum Hptm. I. Kl. befördert, wurde er Komp.kmdt. im Feldjägerbaon. Nr. 20 in Tarvis. 1898 legte er ohne Besuch der Kriegsschule die Prüfung zum Mjr. im Gen.stab ab. Als Mjr. und ab 1902 als Obstlt. war er sowohl in verschiedenen Gen.stabsverwendungen als auch im Truppendienst aktiv; 1905 Obst. 1907 wurde er zum Kmdt. des IR Nr. 69 in Fünfkirchen ernannt. 1911 zum GM befördert, befehligte er bis zum Frühjahr 1914 die während der Balkankriege auf vollen Kriegsstand gebrachte 4. Gebirgsbrig. in Ragusa. Im April 1914 wurde er dem Obersten Militärgerichtshof in Wien zugeteilt und im Juli zu dessen Vizepräs. ernannt. Im August 1914 fungierte W. – bereits FML – als Kmdt. des Kriegshafens Cattaro, ab 1915 führte er die 47. Inf.div. an der russ. und an der Balkanfront, wo er sich Anfang 1916 insbes. bei der Erstürmung des Lovćen hervortat, wofür er 1922 den MMTO erhielt. 1916–17 wirkte er als Militärgen.gouverneur in Montenegro. Ab Juli 1917 war W. Kmdt. des X. Korps, ab November 1917 Gen. der Inf. an der russ. Front in Ostgalizien. Im Frühjahr 1918 kommandierte er die mobilen Truppen im Landesinneren der Monarchie, später übernahm er die Kommandantur des X. Korps in Wolhynien, dann jene des XVIII. und VI. Korps an der italien. Front. Die letzte, weitaus schwierigste und verantwortungsvollste Aufgabe bestand in der Führung der Waffenstillstandsverhh. mit den Siegermächten in der Villa Giusti bei Padua im Oktober und November 1918. Nach seiner Versetzung i. d. R. 1919 lebte er zumeist in Meran, Wiesbaden und in der Schweiz. W. erhielt u. a. 1910 den Orden der Eisernen Krone III. Kl., 1914 jenen der II. Kl., 1913 das Off.kreuz sowie 1917 das Großkreuz des Franz Joseph-Ordens. 1916 Geh. Rat.

L.: Tiroler Anzeiger, 6. (m. Parte), RP, 7. 5. 1932; E. Glaise v. Horstenau, Die Katastrophe. Die Zertrümmerung Österr.-Ungarns und das Werden der Nachfolgestaaten, 1929, s. Reg.; O. v. Hofmann – G. v. Hubka, Der MMTO. Die Ausz. im Weltkrieg 1914–18, 1944, S. 349ff.; A. Kreuzer, Kärntner. Biograph. Skizzen. 15.–20. Jh., 1998, S. 131; T. Balla, A Nagy Háború osztrák-magyar tábornokai, 2010, S. 317f.; KA, Wien; Pfarre Neuhaus/ Suha, Ktn.; evang. Pfarrgmd. Innsbruck-Christuskirche, Tirol.
(T. Balla)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 16 (Lfg. 70, 2019), S. 33
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