Weidlich, (Josef) Ignaz (1747–1825), Maler

Weidlich (Josef) Ignaz, Maler. Geb. Groß Meseritsch, Mähren (Velké Meziříčí, CZ), 9. 7. 1747 (?); gest. Brünn, Mähren (Brno, CZ), 31. 5. 1825; röm.-kath. Sohn des Getreidehändlers Karl W. und der Anna W. – W. lebte 1764–80 in Rom, wo er von Anton Raphael Mengs und Pompeo Batoni in seiner maler. Ausbildung stark beeinflusst wurde. Unterstützt von Maria Eleonore Fürstin v. Liechtenstein, erhielt er 1779 seinen ersten großen Auftrag, ein Altargemälde der Hl. Familie für die St. Nikolaus-Pfarrkirche in Groß Meseritsch. 1780 kehrte er daher in seinen Geburtsort zurück, übersiedelte jedoch aus wirtschaftl. Gründen um 1789 nach Brünn und schuf i. d. F. ca. 15 Altargemälde für südmähr. Kirchen. Bereits um die Jh.wende zählte er zu den bedeutendsten Altar- und Porträtmalern in Mähren. Da sich während der Napoleon. Kriege die Anzahl an kirchl. Aufträgen verringerte, widmete sich W. fast ausschließl. der Porträtmalerei, die bereits vor 1780 ein wichtiges Gebiet seines Schaffens bildete. Mit seinen Arbeiten zählte er zu den wichtigsten Vertretern einer neuen Stilrichtung des klassizist. Barock in Mähren und bildete damit die Verbindung zwischen Barock und Klassizismus. Daneben betrieb W. eine private Zeichen- und Malschule; zu seinen Schülern gehörten u. a. →Josef Axmann, →Franz X. Rektorzik und Josef Švanda. Zu seinen weiteren Werken zählen Altargemälde in den Kirchen Mariä Himmelfahrt in Brzeznik und Wischau, St. Stephan in Grusbach, Mariä Verkündigung in Bobrau, St. Wenzel in Neu Wessely, St. Johannes Nepomuk in Nettin und in der Dreifaltigkeitskapelle in Dukowan. Seine Gemälde befinden sich u. a. in der Moravská galerie in Brünn und im Muz. města Brna.

L.: Thieme–Becker; Toman; Wurzbach; J. Kačer, Evropské malířství devatenáctého století, Brno 1995, S. 87 (Kat.); A. Horová, Nová enc. českého výtvarného umění 2, 1995; B. Zdražilová, Portrétní tvorba I. W. na Moravě, DA Brno, 1998; R. Weiss, Malíř I. W. a jeho sakrální tvorba, DA Brno, 2017; Pfarre Velké Meziříčí, CZ.
(R. Janás)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 16 (Lfg. 70, 2019), S. 49
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