Weishäupl (Weisshäupl), Georg (1787–1864), Zeichner, Museumsbeamter und Numismatiker

Weishäupl (Weisshäupl) Georg, Zeichner, Museumsbeamter und Numismatiker. Geb. Eiglersdorf (OÖ), 29. 4. 1787; gest. Linz (OÖ), 25. 12. 1864. Sohn von Franz W. und Theresia W., geb. Mayr, Vater des Fachschriftstellers und Chorherrn von St. Florian Hugo W. (geb. Linz, 19. 11. 1847; gest. St. Florian, OÖ, 29. 12. 1911); verheiratet mit Katharina W., geb. Hitzinger. – W. besuchte das Gymn. in Linz und arbeitete i. d. F. – obwohl nur Autodidakt – als Zeichner, Miniatur- und Wappenmaler in Linz. 1818 wurde er als Nachfolger →Josef Pöstions an der Ständ. Zeichenschule „ständischer Zeichnungsmeister“, nach Auflösung der Einrichtung war er ab 1826 Journalist beim Obereinnehmeramt, das ihn aber bereits 1828 pensionierte. Ab 1833 betreute er als prov. und ab 1840 als ständiger Kustos die Smlgg. des Oö. Musealver., für den er das Inventar führte und auf „Exkursionen zum Aufsuchen verborgener Altertümer“ Ankäufe tätigte (so 1838 bei der Nachlassversteigerung des Pfarrers von Altmünster). 1842 wurde er Registrant des ständ. Archivs, blieb aber 2. Kustos des Mus. und betreute die Münz- und Siegelsmlg. Von 1858 bis zu seinem Tod fungierte er auch als 2. Sekr. des Mus. Francisco-Carolinum. Als Zeichner schuf W. zahlreiche Ortsansichten und 1816 einen Plan von Linz, 1817 entstanden erste Lithographien (Porträt des Bischofs →Sigismund Gf. v. Hohenwart). 1829 vollendete er eine Smlg. von 758 „Wappen oesterreichischer und Nahmens verwandter Geschlechter als Vorarbeit zu einer Wappen- und Geschlechterkunde des Erzherzogthumes Oesterreich ob der Enns“ (Oö. Landesmus.). 1826–45 illustrierte er für das ständ. Archiv neun Bde. der Herren- und Ritterstandsmatrikel mit Wappen, außerdem malte er das Wappenbuch der Klöster und landesfürstl. Städte (Oö. Landesarchiv). 1840 schuf er nach Vorlagen von Carl Enzlmüllner (Pläne) und →Anton v. Spaun (Funde) die Illustrationen zu →Joseph Gaisbergers Ber. über die röm. Ausgrabungen bei Schlögen. 1847 wurde W. vom Musealver. nach Hallstatt berufen, um das im Jahr zuvor entdeckte Gräberfeld und die Funde zu dokumentieren („Abbildungen der … 1846 und … 1847 bei Hallstatt … aufgefundenen Alterthümer mit einer Uebersicht der Ordnung …“, Übersichtsplan und zwölf Aquarelle nach Zeichnungen →Johann Georg Ramsauers, Oö. Landesmus.). Weiters verf. W. 1840 und 1844 Abhh. über K. Maximilian I. und seine Zeit, 1859 publ. er eine „Nachricht über Münzen-Funde im Hausruck-Kreise“ in den „Berichten und Mittheilungen des Alterthums-Vereines zu Wien“ 3, 1859, dessen k. M. er war.

L.: WZ, 29. 12. 1864; Fuchs, 19. Jh.; Fuchs, Bildnisminiatur; Krackowizer; Thieme–Becker; Wurzbach; Ber. über das Mus. Francisco-Carolinum 9, 1847, S. 16, 33, 1875, S. 29, 45, 1887, S. 160, 170; W. Pailler, J. Stülz, Prälat von St. Florian, 1876, S. 153; H. Ubell, in: Jb. des Oö. Musealver. 85, 1933, S. 187; J. Schmidt, Linzer Kunstchronik 1, 1951, S. 153, 3, 1952, S. 308, 321; E. Giordani, Die Linzer Hafner Offizin, 1962, S. 215f.; Salzkammergut-Ztg. 75, 1969, Nr. 53; R. A. Winkler, Die Frühzeit der dt. Lithographie, 1975, S. 317; B. Ηeinzl, in: Jb. des Oö. Musealver. 127, 1982, S. 186f.; H. Schwarz, Die Anfänge der Lithographie in Österr., bearb. E. Herrmann-Fichtenau, 1988, S. 185; W. Katzinger u. a., Geschichte von Enns, 1996, S. 326; St. Traxler, in: Jb. der Ges. für Landeskde. und Denkmalpflege OÖ 162, 2017, S. 23ff.; Pfarre Lembach, Stadtpfarre Linz, beide OÖ.
(L. Schultes)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 16 (Lfg. 70, 2019), S. 81
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