Weiss, Josef Meir; genannt Imrei Yosef (1838–1909), Rabbiner

Weiss Josef Meir, genannt Imrei Yosef, Rabbiner. Geb. Munkács, Ungarn (Mukačevo, UA), 15. 3. 1838; gest. Szaplonca, Ungarn (Săpânța, RO), 26. 5. 1909 (ab 1972 begraben in Petah Tikva, IL); mos. Sohn des Rabb. und Vors. des Rabbinatsgerichts von Munkács Samuel Zevi W. und der aus Drohobycz stammenden Zirel W., geb. Hirsch; ab 1870 in 3. Ehe verheiratet mit Perl W., der Tochter von Esra Jakov Basch aus Szaplonca. – W. besuchte die Jeschiwa von Meir Eisenstädter (Maharam Asch) in Ungvár. Nach Eisenstädters Tod setzte er 1852 seine Stud. zuerst bei dessen Sohn Menachem Eisenstädter und später bei Schmuel Schmelke Klein in Huszt fort. Unter den chassid. Zaddikim seiner Zeit übten – neben Jizchak Isaac Eichenstein aus Żydaczów, dem er eine Einführung in die Kabbala verdankte und dessen Lieblingsschüler er war – Chaim Halberstam aus Zans, →Schalom Rokeach aus Belz sowie Menachem Mendel Hager aus Wischnitz großen Einfluss auf ihn aus. Obwohl er einer angesehenen Jeschiwa vorstand, lebte er nach dem frühen Tod seiner ersten beiden Frauen in großer materieller Not. Nach der 3. Eheschließung errichtete er 1873 in Szaplonca, nach Eichensteins Tod, seine eigene chassid. Dynastie, die nach dem jidd. Namen für Szaplonca auch Spinka-Dynastie genannt wird. Durch seine freiwilligen Entbehrungen und ekstat. Gebete wurde er weit über die Grenzen seiner Gmd. hinaus bekannt. Sein Ruf als Wundertäter wird bis heute in zahlreichen Anekdoten und Überlieferungen tradiert, wobei er darin auch mit dem Titel seines posthum erschienenen Hauptwerks „Imrei Yosef“, einem vierbändigen Kommentar zum Chumasch (1910–27), bezeichnet wird. Seine Nachfahren errichteten nach dem 2. Weltkrieg Niederlassungen in Israel (Jerusalem, Bnei Brak), in den New Yorker Stadtvierteln Williamsburg, Boro Park, Flatbush und Queens sowie in Kiryas Joel im Bundesstaat New York, in London sowie in Antwerpen.

Weitere W.: Hakdamat Likkutei Torah ve-ha-Shas, 1911; Tefillot u-Minhagim, 1912; Peirush la-Haggadah shel Pesach, 1964.
L.: Enc. Jud.; Die Jüd. Ztg. (Zürich), 12. 4. 2013; D. Biale u. a., Hasidism. A New History, 2018, s. Reg.; P. R. Magocsi, Short history of Jews in Transcarpathia (online, Zugriff 8. 7. 2018).
(K. Fenyves)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 16 (Lfg. 70, 2019), S. 91f.
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