Schuster von Bonnott, Maximilian (1857-1940), Jurist

Schuster von Bonnott Maximilian, Jurist. Geb. Pest (Budapest, Ungarn), 12. 3. 1857; gest. Wien, 19. 12. 1940. Sohn von Ferdinand S. v. B. (s. u.), Bruder von Rudolf S. v. B. (s. d.) und des Senatspräs. beim Obersten Gerichtshof Gustav S. v. B. (geb. Wien, 17. 3. 1872; gest. ebenda, 29. 3. 1940). S. besuchte das Wr. Schottengymn. und stud. danach Jus an der Univ. Wien, 1879 Dr. jur. 1878 begann er seine Beamtenlaufbahn als Konzipient der nö. Finanzprokuratur, absolv. 1882 das Gerichtsjahr und wurde 1883 ins Finanzmin., wo er ab 1885 im Präsidialbüro tätig war, berufen. 1878 Min.-Sekretär, 1891 Sektionsrat, 1894 Min.- Rat, wurde er 1896 als HR und Finanzdir. zur Finanzdion. in Triest versetzt. Schon früh trat er auch fachschriftsteller. hervor, bes. durch die gem. mit Karl Schreiber (s. d.) erfolgte Hrsg. von Moriz v. Stubenrauchs „Commentar zum österreichischen allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuche“ (4. Aufl. 1884, 8. umgearbeitete Aufl., 1902). Nach kurzzeitiger Karenzierung ab 1898 erfolgte 1900 seine Ernennung zum Rat des Verwaltungsgerichtshofes, wo er 1912 zum Senatspräs. befördert wurde. Nachdem seine Dienstzeit mit Zustimmung Karl Renners (s. d.) 1919 verlängert worden war, wurde er 1921 schließl. zum Präs. des Verwaltungsgerichtshofes berufen. Diese Funktion hatte er bis 1929 inne. Daneben war S. u. a. Mitgl. der rechtshist. und der judiziellen Staatsprüfungskomm., des Wahlgerichtshofes und Vors. des Invalidenentschädigungsgerichts sowie der Komm. zur Vorbereitung der Gesetze über das Verwaltungsverfahren, das Verwaltungsstrafrecht und das Verwaltungsstrafverfahren. Sein Vater, Ferdinand S. v. B. (geb. Wien, 22. 8. 1826; gest. ebenda, 10. 5. 1916), stud. Jus an der Univ. Wien, 1851 Dr. jur., und lehrte ab 1851 als ao., ab 1854 als o.Prof. für Zivilrecht an der Univ. Pest, kehrte nach längerer Stellensuche 1867 wieder nach Wien zurück und war u. a. als Rechtskonsulent der österr.-ung. Staatseisenbahnges. tätig. Wie Maximilian war Ferdinand S. v. B. Mitgl. der judiziellen Staatsprüfungskomm. in Wien. Einen Namen machte er sich bes. durch zahlreiche Veröff. auf dem Gebiet des Zivilrechts; 1889 nob.

W.: Österr. Zivilprocessrecht, 1896, 4. Aufl. 1907; Grundriß des Obligationsrechts (= Grundriß des Österr. Rechts in systemat. Bearbeitung 1,4), 1899, 2. neu bearb. Aufl., 1914; usw. – Ferdinand S. v. B.: Die Concursordnung für die Kg.Reiche Ungarn, Kroatien, Slavonien … vom 18. Juli 1853, 1855, 2. verb. und vermehrte Aufl.: Darstellung der Concursordnung …, 1857; Gerichtl. Entscheidungen, erflossen in höherer und höchster Instanz, über Fragen der Auslegung und Anwendung der österr. (allg. dt.) Wechsel-Ordnung vom 25. Jänner 1850 …, 1855, 2. vermehrte Aufl.: Gerichtl. Entscheidungen zum österr. (allg. dt.) Wechselrecht und Wechselprozeß, 1858; Das Amortisirungsverfahren bei Staatsobligationen und anderen Urkunden durch die österr. Civilgerichte, 1859; Commentar zum Gesetze über das Verfahren außer Streitsachen, 2. neubearb. Aufl., 1878; usw. – Gustav S. v. B.: Leitfaden zur Geschäftsbehandlung der Präsidialsachen der Gerichte, 1899.
L.: A. Pilat, in: 90 Jahre Verwaltungsgerichtsbarkeit in Österr., 1966, S. 12; Archiv des Verwaltungsgerichtshofs, AdR, WStLA, alle Wien. – Ferdinand S. v. B.: N. Fr. Pr., NWT, 10. 5. 1916 (beide Abendausg.); G. Wagner – M. Wagner, in: Stillstand ist Rückschritt, hrsg. von R. Löffler und M. Wagner, 1986, S. 10, 12, 14f. (auch zu Maximilian und Gustav S. v. B.); Eötvös Loránd Tudományegyetem Levéltára (Archiv der Eötvös Loránd Univ.), Budapest, Ungarn; AVA, WStLA, beide Wien. – Gustav S. v. B.: Schaffende Bürger Österr. in Wort und Bild, (1937) (mit Bild); WStLA Wien.
(Ch. Mentschl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 54, 1999), S. 398f.
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