Siegl, Robert d. Ä. (1834-1904), Industrieller und Politiker

Siegl Robert d. Ä., Industrieller und Politiker. Geb. Mähr. Schönberg, Mähren (Šumperk, Tschechien), 6. 6. 1834; gest. ebd., 9. 1. 1904. – Sohn von Carl Ignaz, Bruder von Eduard (beide s. d.) und Richard (s. u.), Vater von Emil S. (s. d.). Nach Absolv. der niederen Realschule in Mähr. Schönberg und der Handelsschule in Wien praktizierte S. u. a. bei der Fa. Alexander Schoeller. 1854 gründete er gem. mit seinem Vater und seinem Bruder Richard die Leinwandfabrik Carl Siegl sen., an deren Aufschwung er als kommerzieller Leiter wesentl. Anteil hatte. S., der u. a. 1878 als Juror bei der Weltausst. in Paris fungierte, war auch an anderen Wirtschaftsunternehmen, wie an der 1. Mechan. Flachsspinnerei in Mähr. Schönberg, führend beteiligt und war Mitbegründer und Teilhaber der Flachsspinnereien in Wiesenberg (Loučná nad Desnou), Friedland an der Mohra (Břidličná) sowie diverser Zuckerfabriken in Mähren. 1870–94 war er Mitgl. der Gmd.vertretung von Mähr. Schönberg, daneben stellv. Obmann des Ortsschulrates, ab 1866 Dir. der Stadtsparkasse und Präs. des 1880 gegr. Leinengarn-Versicherungsver. Mähr. Schönberg, ab 1890 zweiter Obmann des Verbandes der Flachs- und Leineninteressenten in Trautenau (Trutnov), 1894 Obmann der Ortsgruppe dieses Verbandes in Mähr. Schönberg. 1887–1902 war er Mitgl. der HGK in Olmütz (Olomouc), 1892–1902 deren Vertreter im mähr. LT. Sein Bruder Richard S. (geb. Mähr. Schönberg, 13. 7. 1837; gest. ebd., 16. 2. 1898) widmete sich nach Besuch der niederen Realschule in seiner Heimatstadt als öff. Ges. der Fa. Carl Siegl sen. den techn. Belangen des Unternehmens, insbes. machte er sich um die Ausgestaltung der mechan. Bleiche und Appretur sowie um die Errichtung der mechan. Weberei, 1889, verdient. Auch er war Mitgl. der Gmd.vertretung Mähr. Schönbergs (1870–98), 1893–98 war er Obmann der dortigen Schützenges.

L. (meist auch zu Richard S.): Grenzbote des nordwestl. Mährens, 16. 2. 1898 (zu Richard S.), 9., 13., Tagesbote für Böhmen und Mähren, Mähr.-schles. Correspondent, 11. 1. 1904; Großind. Österr. I/4, S. 340f.; Heller 4; Lex. böhm. Länder; K. Umlauff – F. Tersch, Chronik der Stadt Mähr. Schönberg 1–2, 1901, passim; A. Daumann, in: Nordmähr. Heimatbuch, 1983, S. 60f.; Biografický slovník slezsky a severní moravy 11, 1998; Semský archiv Opava, Außenstelle Olomouc, Tschechien.
(F. Spurný)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 243f.
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