Souvan, Franc Ks. (Franz Xav.) (I.) (1799-1885), Kaufmann und Politiker

Souvan Franc Ks. (Franz Xav.) (I.), Kaufmann und Politiker. Geb. Ločna, Krain (Slowenien), 16. 12. 1799; gest. Laibach, Krain (Ljubljana, Slowenien), 14. 5. 1885; röm.- kath. Sohn eines Beamten, Schwager von Bleiweis (s. d.), Vater von Franc Ks. S. (II.) und Ferdinand, Großvater von (Franc) Ferdinand (alle s. u.) und Leo S. Er besuchte in Rudolfswert (Novo Mesto) die Volksschule und vier Gymn.kl. und war dann Lehrling und Gehilfe im Galanterie- und Manufakturhandel in Laibach. Ab 1835 besaß er ein eigenes Tuch- und Stoffwarengeschäft, das sich ab 1836 ausschließl. dem Manufakturhandel zuwandte und – als einziges derartiges slowen. Handelsgeschäft – unter S.s Leitung prosperierte. Unter dem Einfluß seines Schwagers Bleiweis interessierte sich S. auch für Bienenzucht und Landwirtschaft und engagierte sich im polit. und wirtschaftl. Leben seiner Heimat: So war er langjähriges Ausschußmitgl. der Landwirtschaftl. Ges. für Krain, 1836–84 Mitgl., 1861–73 Dir. und 1873–84 Kurator der Krain. Sparkasse, Mitgl., ab 1865 Ehrenmitgl. des Handelsunterstützungsver., 1865– 71 Stadtrat, 1858–61 Handelsrat der HGK Laibach. 1848 Oblt. der Nationalgarde, war S. 1861 Mitbegründer des nationalen Lesever. Narodna čitalnica. Im Februar 1867 wurde er als Kandidat der Slowenen in den krain. LT gewählt, unterlag jedoch bei den Neuwahlen im April dem dt. Kandidaten. Im Jänner 1865 übergab er das Geschäft, das i. d. F. in Fr. X. Souvan Söhne umbenannt wurde, an seine Söhne Franc Ks. (Franz Xav.) S. (II.) (geb. Laibach, 30. 11. 1826; gest. ebd., 12. 6. 1903) und Ferdinand S. (geb. Laibach, 18. 4. 1840; gest. Wolfsbach, Krain / Volčji potok, Slowenien, 15. 9. 1915). Die Brüder führten 1866– 70 auch die Geschäfte ihrer Onkel Konrad und Josef Bleiweiss, wodurch die Fa. J. Bleiweiss Neffen gebildet wurde. Franc Ks. S. (II.) war im väterl. Geschäft zum Kaufmann ausgebildet worden und blieb bis zu seinem Tod Partner in der Fa. 1881– 91 war er Handelsrat der HGK Laibach, 1889 für einige Monate Abg. zum LT. Er war auch an der Gründung der Laibacher Sparkasse beteiligt und deren erster Präs. (1889–93). Der tatsächl. spiritus agens der Souvanschen Fa., welche sich zum Manufakturgroßhandel entwickelte und ihren Radius nach dem Küstenland, Dalmatien, Graz und Wien ausdehnte, war aber Ferdinand S., ein vorzügl. Kenner der Märkte und Waren, unter dessen Leitung das Unternehmen seinen Höhepunkt erreichte. Ferdinand S. beteiligte sich zwar nicht am öff. Leben, unterstützte jedoch slowen.nationale sowie Handelsver. Sein Sohn Leo S. (geb. Laibach, 24. 3. 1877; gest. Volčji potok, Jugoslawien/Slowenien, 31. 12. 1949) führte die Fa. bis zum Juli 1945, während der ältere Sohn, (Franc) Ferdinand S. (geb. Laibach, 30. 5. 1870; gest. Graz, Stmk., 12. 4. 1932), der 1892–94 an der Univ. Graz Jus stud. (1894 Dr. jur.), in den diplomat. Dienst trat. Er begann als Honorarbeamter in Cleveland, O., und wurde 1907 nach New York, 1909 zum Generalkonsulat in Paris versetzt. 1911 legte er die Konsularattachéprüfung ab und war dann als Konsularattaché, ab 1912 als Vizekonsul dem Generalkonsulat in Bremen zugeteilt; 1912 im Konsulardienst in Amsterdam, 1913–14 in St. Gallen. Nach dem Krieg war er im Bankfach tätig.

L. (tw. auch für die anderen Familienmitgl.): Laibacher Ztg., 15. 5. 1885; Tagespost (Graz), 13. 4. 1932 (zu [Franc] Ferdinand S.); SBL (m. L.); Denkschrift über die Wirksamkeit der Krain. Sparkasse 1870–95, 1895; Jb. des K. u. K. auswärtigen Dienstes 1917, 21, 1917 (zu [Franc]) Ferdinand S.); Kronika, 1935, S. 97 (m. B. von Franc Ks. d. J., Ferdinand und Leo S.); 50 let Mestne hranilnice v Ljubljani, 1939; UA, Graz, Stmk. (zu [Franc]Ferdinand S.).
(F. Rozman)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 58, 2005), S. 436
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