Stoitzner, Konstantin (1863–1933), Maler

Stoitzner Konstantin, Maler. Geb. Chrostau, Mähren (Moravská Chrastová, Tschechien), 20. 7. 1863; gest. Wien, 6. 1. 1933; röm.-kath. Sohn von Karl (s. d.), Bruder des Malers Karl Siegfried (geb. Chrostau, 31. 5. 1866; gest. Furth bei Göttweig/NÖ, 17. 8. 1943), der Stilleben, Blumen-, Genre- und Landschaftsbilder in Öltechnik schuf, Vater des Malers, Graphikers und Lehrbeauftragten an der Wr. ABK Josef (geb. Wien, 24. 2. 1884; gest. Bramberg am Wildkogel/Sbg., 9. 7. 1951) und von Walter Gottfried (s. u.), Onkel des Malers Siegfried (geb. Wien, 3. 5. 1892; gest. Krems an der Donau/NÖ, 1. 5. 1976) und des Kunstverlegers und Malers Otto S. (geb. Wien, 16. 5. 1889; gest. Weikertschlag an der Thaya/NÖ, 6. 4. 1963), Großvater des Malers und Prof. an der Univ. Innsbruck Josef S.-Millinger (geb. Wien, 12. 2. 1911; gest. ebd., 6. 10. 1982). – Obwohl zunächst zum Sprachstud. bestimmt, soll S. nach dem Tod seines Vaters ab 1883 die Malerkl. von Griepenkerl und A. Eisenmenger (beide s. d.) an der Wr. ABK besucht haben und kopierte daneben alte Meister. In den Folgejahren widmete er sich Ölgemälden mit Genreszenen, Porträts sowie Blumenstilleben, ab 1900 vornehml. der Landschafts- und Vedutenmalerei (v. a. Motive aus den Alpen, dem Bgld., aus seiner mähr. Heimat, aus Ostfriesland und der Lüneburger Heide). Für sein Gemälde „Der untere Ortnergletscher“ erhielt er 1909 den österr. Staatspreis, anläßl. der 10. Jahresausst. des Österr. Künstlerbunds 1915 den Ehrenpreis der Stadt Wien und 1917 den Ehrenpreis des nö. Landesausschusses. Als Ehrenmitgl. des 1906 gegr. Österr. Künstlerbunds, den er 1914–23 auch leitete, beschickte er regelmäßig dessen Ausst. und war ebenso auf der ersten Ausst. des Kunstver. in Baden, 1916, vertreten. Gem. mit Franz Zelezny und Hubert Gangl gründete S. 1921 zur Förderung lokalpatriot. Kunst den Verband bildender Künstler Wr. Heimatkunst, dem er auch bis ca. 1930 als Obmann vorstand. Werke von S. befinden sich im Wien Mus., im Nö. Landesmus. und in der Bgld. Landesgalerie, nicht jedoch, entgegen den Angaben in der älteren Literatur, in den Fürstl. Liechtensteinschen Smlgg. Sein Sohn, der Stilleben- und Landschaftsmaler Walter Gottfried S. (geb. Wien, 10. 9. 1889; gest. ebd., 11. 1. 1921; röm.-kath.), stud. angebl. bei Griepenkerl an der Wr. ABK und war ab 1916 Mitgl. des Österr. Künstlerbunds, in dessen Ausst. er seine Arbeiten präsentierte. Er wurde u. a. mit dem Ehrenpreis der Stadt Wien (1920) und dem Ehrenpreis des Nö. Landesrats ausgez. Seine frühen Arbeiten stehen in großer stilist. Nähe zu den Landschaftsbildern seines Vaters, die späteren sind von Einflüssen der Secession geprägt.

L. (tw. auch für die anderen Familienmitgl.): NFP, 22. 1. 1921 (für Walter Gottfried S.); Czeike; Fuchs, 19. Jh.; Fuchs, Erg.Bd.; Thieme–Becker; F. Fischer, Der Wr. Vorort Gaudenzdorf …, 1927, S. 59f. (m. B.); J. Knoll, in: Meidling …, 1930, S. 430f.; H. Schöny, in: Wr. Geschichtsbll. 36, 1981, S. 159; W. Mayer, Bez.kulturführer 12. Bez., 1984, S. 40; W. Aichelburg, Das Wr. Künstlerhaus 1861–2001, 1, 2003, s. Reg.; Johann II. von und zu Liechtenstein …, Wien 2003, S. 258f., 292 (Kat.); P. Moser, in: A. R. Bodenstein u. a., Siegfried S. Ein Leben für die Kunst, 2006, S. 220ff.
(A. Nierhaus – R. Kurdiovsky)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 61, 2009), S. 302f.
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