Battista Ludwig, Pädagoge und Beamter. Geb. Wien, 12. 7. 1880; gest. Wien, 25. 5. 1951; röm.-kath. Sohn von Emilie Battista, geb. Lechle (geb. Wien, 28. 7. 1851; gest. 1920), und dem Bahnbeamten Adolf Battista (geb. Wien, 24. 9. 1844; gest. 1908); ab 1910 verheiratet mit Bertha Battista, geb. Vögerle (geb. 22. 12. 1891), Tochter eines Gerichtsoberoffizials. – Battista entstammte einer Beamtenfamilie, die ab 1885 in Atzgersdorf lebte. Nach dem Besuch der Volks- und Bürgerschule trat er in die Lehrerbildungsanstalt in Wien-Landstraße ein, wo er maturierte. Ab 1899 war Battista als Landeslehrer an Wiener Volks- und Bürgerschulen tätig. 1905 erhielt er eine Stelle am Pädagogium in der Hegelgasse und fungierte dort als Lehrer an der Übungsschule sowie als Professor an der Lehrerbildungsanstalt. Ein Schwerpunkt seines Interesses galt zu dieser Zeit der Stadt Wien, die sich damals zu einer der größten Städte Europas entwickelt hatte. Battista sah darin eine neue Form von Heimat („Großstadtheimat“) für Kinder entstehen, wodurch die Aufgaben von Unterricht und Erziehung in der Schule verändert wurden. 1919 wurde Battista von →Otto Glöckel als Vertreter einer katholisch und christlich-sozial orientierten Reformpädagogik in die von Glöckel gegründete Reformabteilung des damaligen Bundesministeriums für Inneres und Unterricht berufen; 1920 Landesschulinspektor. Nach der Auflösung der Reformabteilung verblieb Battista im Bundesministerium für Unterricht und wurde 1923 Ministerialrat und Leiter der Abteilung für pädagogische Angelegenheiten des Volksschulwesens und der Lehrerbildung. Als Beamter war er an der Reform des Lehrplans für Volksschulen und 1927 an der Gründung und dem Ausbau des Schultyps der Hauptschule beteiligt. Battista galt als Experte auf dem Gebiet des Pflichtschulwesens. Neben seiner Berufstätigkeit studierte er an der Wiener Universität Pädagogik und verfasste 1925 bei Richard Meister seine Dissertation „Sachgebiet oder Verfächerung im Elementarunterricht der Realien“; 1926 Dr. phil. Eng verbunden mit den politischen Entwicklungen seiner Zeit, war Battista 1934–38 im Unterrichtsministerium am rechtlichen Umbau des österreichischen Pflichtschulwesens beteiligt. Eine bereits beschlossene Neuausrichtung der Pflichtschullehrerausbildung mit einer Dauer von sechs Jahren kam nicht mehr zur Durchführung. 1938 wurde Battista aus politischen Gründen entlassen und zwangspensioniert. In der Zeit seines Ruhestands schrieb er seine Biografie „Mein Weg als Lehrer“ (unveröffentlichtes Manuskript). Bereits 1937 hatte er sein Hauptwerk „Die österreichische Volksschule, ihr Werden, ihre äußeren Arbeitsbedingungen und ihre Erziehungs- und Bildungsarbeit“ (3. Auflage 1948) veröffentlicht. 1945 wurde Batttista erneut in das Bundesministerium für Unterricht berufen und ging letztlich als Sektionschef in Pension. Bis zuletzt wirkte er zudem als Berater des Österreichischen Bundesverlags (ab 1945), war stellvertretender Direktor des Pädagogischen Instituts der Stadt Wien (1948) und gemeinsam mit dem Pädagogen Albert Krassnigg Redaktionsleiter der Zeitschrift „Erziehung und Unterricht“. Er erhielt das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

) 