Beaufort-Spontin Heinrich Maria Eugen Graf, ab 1916 6. Herzog von, Großgrundbesitzer, Politiker und Verleger. Geb. Paris (Frankreich), 11. 3. 1880; gest. Gallmansegg (Kainach, Steiermark), 25. 4. 1966; röm.-kath. Sohn des Gutsbesitzers Friedrich Georg Maria Anton Michael 5. Herzog von Beaufort-Spontin (geb. Bruxelles/Brussels, Belgien, 8. 6. 1843; gest. 26. 12. 1916) und der Sternkreuzordensdame Marie Melanie Herzogin von Beaufort-Spontin, geb. Prinzessin de Ligne (geb. 26. 11. 1855); verheiratet mit Marie Adelheid Herzogin von Beaufort-Spontin, geb. Gräfin Silva-Tarouca (geb. Türmitz, Böhmen / Trmice, Tschechien, 26. 6. 1886; gest. 1945), Tochter von →Ernst Emanuel Graf von Silva-Tarouca und 1921–34 Präsidentin des Katholischen Frauenbunds für die Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien. – Beaufort-Spontin besuchte vorerst das Gymnasium in Pilsen. Nach der Matura 1898 am Gymnasium in Krems begann er ein Studium an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, welches er an der Universität Innsbruck fortsetzte (Dr. iur.). Anschließend arbeitete er für kurze Zeit als Konzipist an der k. k. Statthalterei in Prag. 1907 war Beaufort-Spontin Mitbegründer sowie in der Folge Herausgeber und Verleger der „Neuen Zeitung“, die in Wien erschien. Diese war eine christlichsozial ausgerichtete illustrierte Tageszeitung, die sich als Konkurrenz zur „Illustrierten Kronen-Zeitung“ verstand und durchaus erfolgreich war. 1908–09 fungierte der christlichsoziale Reichsratsabgeordnete August Kemetter als deren Herausgeber. Als Verleger engagierte sich Beaufort-Spontin auch in der Interessensvertretung und war 1912–19 Präsident des österreichischen Zentralvereins der Zeitungsunternehmungen, des Vorgängers des nunmehrigen Verbands österreichischer Zeitungen. Beaufort-Spontin übernahm 1910 von seinem Vater die Verwaltung des Guts Petschau in Böhmen. Als dieser 1916 starb, sukzessierte er ihm als 6. Herzog von Beaufort-Spontin. Damit ging auch der erbliche Sitz im Herrenhaus auf ihn über. Er wurde 1917 angelobt und gehörte diesem bis zum Ende der Monarchie als Mitglied der Verfassungspartei an. 1912–20 war Beaufort-Spontin Vizepräsident der Prager Maschinenbau AG, ab 1916 Vereinigte Maschinenfabriken vormals Skoda, Ruston, Bromovsky und Ringhoffer. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurde Beaufort-Spontin 1945 für kurze Zeit in Pilsen inhaftiert und dann mit seiner Familie aus der Tschechoslowakei ausgewiesen. Er übersiedelte auf sein Gut in Gallmannsegg in der Weststeiermark. In Österreich engagierte er sich in der sudetendeutschen Landsmannschaft bzw. für die Vertriebenen. Beaufort-Spontin war Ehrenmitglied der Katholischen akademischen Verbindung Saxo-Bavaria-Prag in Wien.

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